Erstellt am 22. Juni 2016, 06:50

von Markus Stefanitsch

Es geht nur gemeinsam. Markus Stefanitsch über den immer noch schwelenden Nord-Süd-Konflikt im Land.

Wir Burgenländer halten zusammen, wenn Kritik von außen kommt. Innerhalb des Landes gibt es aber noch immer eine kleine, imaginäre Bruchlinie. Der alte Spruch, dass ab dem „Sieggrabener Sattel“ eine andere Welt beginnt, ist zwar überspitzt, trifft es aber im Kern. Je nachdem, aus welcher Richtung man kommt, gibt es zu manchen Themen ganz unterschiedliche Meinungen.

Speziell die wirtschaftlichen Diskussionen werden oft (zu) emotional geführt. Da gibt‘s oft im Nordburgenland die Meinung, im Süden werde zu viel gejammert und alles ohne Wenn und Aber mit Steuergeldern gefördert. Im Gegensatz hört man im Südburgenland oft, dass alles nur für den Norden gemacht werde und „die Regierung in Eisenstadt“ sich alles richtet. Beides ist definitiv falsch.

Im Süden verweist man zu Recht auf Probleme mit Arbeitsplätzen, „Landflucht“ (siehe Seite 5 der dieswöchigen BVZ) und infrastrukturelle Probleme. Im Norden wiederum wird nichts gerichtet. Durch die Nähe zum Ballungszentrum Wien ist aber naturgemäß der wirtschaftliche Faktor wesentlich besser.

Die Nord-Süd-Thematik gibt es in vielen Regionen. In vielen Bereichen führt das auch zum Auseinanderdividieren ganzer Länder. Davon sind wir im Burgenland zum Glück ganz weit weg und vieles wird auch mit Humor genommen. Aber ein kleiner Stachel sitzt schon noch in so mancher Volksseele drinnen.

Hier muss die Politik noch stärker eingreifen und die vielen verbindenden Elemente in den Vordergrund stellen. Deshalb muss auch kommuniziert werden, dass von künftigen Investitionen in das Südburgenland auch der Norden profitieren wird und die geplanten 400 Millionen Euro in den kommenden Jahren keine heiße Wahlkampfluft waren.