Erstellt am 28. November 2012, 07:27

Es helfen nur mehr neue Gesichter. Harald Knabl über das notwendig Reinemachen in der heimischen Politik.

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Irgendwie hat es ja kommen müssen, ist man versucht zu sagen. So wie halt bei fast allen Großprojekten in Österreich, ist es (aller Wahrscheinlichkeit nach) auch beim Ankauf der Abfangjäger nicht sauber zugegangen. Jetzt kann man das resignierend zur Kenntnis nehmen, das alte Sprichwort, in Österreich beginne eben der Balkan, strapazieren, die Wahrheit ist aber, dass Achselzucken ob dieser schmutzigen und widerlichen Bestätigung des Gesetzes der Serie längst zur ernsthaften Gefährdung unserer Staatsform geworden ist.

Kein Wunder eigentlich, dass sich angesichts dieser üblen Vorgänge immer mehr Menschen autoritären und populistischen Grundideen annähern. Und nichts anderes versucht gerade, Frank Stronach darzustellen. Hört man sich die teilweise skurrilen Thesen des alten Mannes an, Angst müsste man bekommen. Doch den Nährboden für Stronachs Erfolg, den hat schon die Politikergeneration der Ära Wolfgang Schüssel aufbereitet. Ob eben bei Schwarz, bei Blau, bei Rot. Der Staat, seine Einrichtungen, das Volksvermögen waren allesamt ein großer Selbstbedienungsladen. Dazu da, sich selbst oder bestenfalls die Partei zu bereichern. Dieser politische und persönliche Hochmut, dieser Glaube, sich’s immer richten zu können, kommt leider jetzt uns alle teuer zu stehen. Dem Souverän, den Wahlberechtigten reicht es nämlich. Da wird auf einem Vulkan getanzt, der ganz knapp vor dem Ausbruch steht.

Die derzeitige politische Phase ist zum Angstkriegen. Sie ist nur zu bewältigen, wenn endlich das große Reinemachen beginnt. Inhaltlich, vor allem aber personell. Mit den heutigen Gesichtern ist das nicht mehr zu schaffen. Sicher nicht.

harald.knabl@bvz.at