Erstellt am 05. Dezember 2012, 07:15

Etappensieg für ein humanes Bild. Harald Knabl über die wichtige Entlastung des Asyllagers in Traiskirchen.

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Ernst Strasser und Frank Stronach. Zwei Namen, die die politischen Diskussionen der Vorwoche bestimmten. Und weil sich der Medienboulevard gar so auf die beiden konzentrierte, ging eine wichtige Initiative fast unter: Das Asyllager Traiskirchen wurde – und wird noch – deutlich entlastet. Ein wichtiger Etappensieg für die Asylsuchenden, die unter für Österreich menschenunwürdigen Bedingungen hausen mussten.
Es hatte wieder einmal einen Hieb auf den Tisch Erwin Prölls gebraucht, um frischen Wind in die verfahrene Situation zu bekommen.

Ehrlich, von humanen Zuständen konnte man in Traiskirchen nicht mehr sprechen. Egal ob diese Menschen Anrecht auf ein Bleiberecht haben, bis zur Entscheidung darüber sollte sich unser Staat von einer Seite präsentieren, wie wir sehr gerne selbst, allerdings in der Glamourwelt, gesehen werden: als demokratisch unerschütterlich, human. Wer behauptet, wir tun das ohnehin, der hätte sich Traiskirchen ansehen sollen, der soll sich jetzt die neu aufkeimende Welle an abstrusen Abschiebungen anschauen. Da werden Menschen des Landes verwiesen, die hier aufgewachsen sind, Menschenleben gerettet haben, besser Deutsch sprechen als viele Prominente, denen wir den Pass fast auf Knien ringend aufgedrängt haben, und die heute noch Seitenblicke-Interviews in englischer Sprache geben.

Nein, nicht Ernst Strassers Agentenparodie, auch nicht die aberwitzigen Einstellungen Frank Stronachs den Medien gegenüber waren die wichtigsten politischen Vorgänge der letzten Woche. Die Lösungen für die Asylsuchenden waren es. Und jetzt, es ist halt Weihnachtszeit, kümmern wir uns noch um jene, denen widersinnige Abschiebung droht.