Erstellt am 29. Januar 2014, 09:06

von Martin Gebhart

Eugen Freund hilft dem EU-Wahlkampf. Martin Gebhart über die Notwendigkeit eines intensiven EU-Wahlkampfes.

NÖN-Chefredakteur Martin Gebhart  |  Franz Baldauf
Vor einem politischen Bauchfleck schützt nicht einmal die Popularität als ORF-Moderator. Seit Eugen Freund für die SPÖ in den EU-Wahlkampfring gestiegen ist, muss er sich, muss die Partei sich ständig verteidigen. Wegen seiner Vermutung, dass ein Arbeiter durchschnittlich 3.000 Euro verdient oder wegen seiner Abfertigung beim ORF.

So bitter dieser Hoppala-Einstieg für die SPÖ ist – auch wenn er jetzt von den Granden der Partei weggeredet wird –, so dienlich ist er dem Projekt „Europa-Wahlen“. Ohne Eugen Freund hätte dieser Urnengang wohl kaum schon so frühzeitig solche Aufmerksamkeit erfahren können.

Die EU-Wahl benötigt diese Aufmerksamkeit. Nur so können die Koalitionsparteien – im Gegensatz zu rechten Anti-EU-Parolen – wirklich klar machen, worum es geht. Nur so kann verhindert werden, dass die Wahlbeteiligung am 25. Mai noch weiter sinkt.

Worum es am Wahltag geht, ist klar: Das Projekt Europa muss gestärkt werden, damit nicht Gegenkräfte stärker aufkommen können. Dazu zählen sicherlich jene rechten Parteien, bei denen auch die FPÖ mitmischen will. Für die Brüssel an allem schuld ist, die eine gemeinsame europäische Strategie der Solidar-Gemeinschaft der Staaten torpedieren wollen.

Da reicht es nicht, mit dem Friedensprojekt Europa entgegenzuhalten. Da müssen die Pro-Europa-Kräfte in Österreich schon mehr aufbieten, um den Menschen glaubhaft zu zeigen, was Europa bislang den Regionen gebracht hat. Da darf man auch nicht in die Knie gehen, wenn die offenen Grenzen als Sicherheitsrisiko in die politische Diskussion geworfen werden. Gerade diese Grenzen sind ein Zeichen für ein neues, gemeinsames Europa.