Erstellt am 23. Dezember 2015, 04:53

von Bernhard Fenz

Feuerwehrmann, oder wieder Entwickler?. Bernhard Fenz über die sportlich harten Zeiten von Paul Gludovatz seit seinem Amtsantritt in Ried.

Fußball in Ried. Dieses Thema war in der Bundesliga immer schon abseits der Großklub- und Großstadt-Schwerpunkte interessant, Stichwort Vorbildwirkung. Seit dem Abstieg 2003 und dem Wiederaufstieg 2005 hat sich in der knapp 12.000 Einwohner-Stadt einiges getan.

Der Verein verfügt seit 2003 über ein eigenes, schmuckes Stadion für über 7.500 Besucher und ist wirtschaftlich im Rahmen der Möglichkeiten abgesichert. Rein sportlich haben die Oberösterreicher einen Spielstil verfolgt, der gut genug war, um sich jahrelang einen Abstiegskampf vom Leibe zu halten.

Bis auf diese Saison. Diesmal schien von Beginn weg die nötige Stabilität und Ruhe zu fehlen, also manövrierten sich die Innviertler auch gleich in den Kampf um den Klassenerhalt.

Dass in diesem Kontext Paul Gludovatz seit Mitte August wieder am Ruder ist, überrascht nicht sonderlich. Schließlich kennt der Eberauer den Klub aus seiner (knapp vierjährigen) ersten Amtszeit noch bestens und konnte so ohne lange Eingewöhnungsphase sinnvoll als Feuerwehrmann für die Mission Klassenerhalt eingesetzt werden.

Parallel dazu braucht es freilich auch Perspektiven. Insofern wird es wohl nicht nur von einem erfolgreichen Abstiegskampf abhängen, ob der 69-Jährige über den Sommer 2016 hinaus bleibt. Auch der Umstand, welche generellen sportlichen (Entwicklungs-) Möglichkeiten Gludovatz sieht und wie sehr der Klub in dieser Hinsicht hinter ihm steht, wird wohl einen Ausschlag geben.

Zwar muss das Eine das Andere nicht zwingend ausschließen: Irgendwann wird der Eberauer trotzdem kein bloßer Feuerwehrmann in höchster Not mehr sein wollen, sondern vor allem wieder kreativer Entwickler eines Teams.

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