Erstellt am 23. September 2015, 06:47

von Markus Stefanitsch

Flüchtlingskrise überschattet viel. Markus Stefanitsch über das rutschige burgenländische Parkett.

Die Meldungen über neu ankommende Flüchtlinge reißen nicht ab. Nur kurz konnten die zahlreichen Helfer an den Grenzen durchatmen, ehe dieses Wochenende wieder knapp 20.000 Menschen über das Burgenland nach Österreich und weiter nach Deutschland kamen.

Die heimische Landespolitik versucht dieser Tage, den Spagat zwischen Vermittlung öffentlicher Betroffenheit und „Wir müssen für das Burgenland arbeiten“-Politik zu schaffen. Dies gelingt mal mehr, mal weniger geschickt.

Fakt ist, dass angesichts der dramatischen Umstände der vergangenen Wochen, die Arbeit der neuen rot-blauen Landesregierung ziemlich in den Hintergrund getreten ist. Für so manche Parteistrategen kommt das gar nicht ungelegen, denn so manches Fettnäpfchen wird durch die aktuelle Situation kaum erwähnenswert.

Innerhalb der SPÖ ist man sich allerdings bewusst, dass die FPÖ Burgenland vor allem bis zur Landtagswahl in Wien (11. Oktober) brav nach der roten Pfeife tanzen wird. Denn FPÖ-Chef HC Strache und Co. wollen Regierungsfähigkeit demonstrieren und verweisen überall, wie gut man das – siehe Burgenland – bereits könne.

Erst danach wird sich zeigen, wie harmonisch die rot-blaue Regierung tatsächlich arbeiten wird. Für Landeschef Hans Niessl wird das Schwerarbeit. Denn als „Vater von Rot-Blau“ muss er in Zukunft für jeden FPÖ-Ausrutscher herhalten – und da kann auch das „burgenländische Parkett“ manchmal durchaus rutschig sein.