Erstellt am 17. April 2013, 07:09

FPÖ: Burgenland als Symbol. Markus Stefanitsch über die Turbulenzen rund um FPÖ-Chef Hans Tschürtz.

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Natürlich ist das Chaos nach dem FPÖ-Landesparteitag im Burgenland kein bundespolitisches Debakel für HC Strache und Co. Aber es zeichnet auf jeden Fall ein symbolhaftes Bild für die gesamte FPÖ – und zwar ein orientierungsloses.

Die burgenländische FPÖ ist gespalten. In ein mitte-rechts und ein ganz rechtes Lager. Was schon seit Längerem brodelt, ist am Wochenende ans Tageslicht gekommen. Parteichef Hans Tschürtz bekam mit nur knapp 71 Prozent der Stimmen eine schallende Ohrfeige der FPÖ-Basis. Vielen innerhalb der Partei ist der Kurs der Blauen zu „liberal“. Man spricht von Sesselhaltern im Vorstand, denen die fachliche Qualifikation fehle. Hinter vorgehaltener Hand bestätigen dies auch die anderen Parteien im Land. Vor allem SPÖ und ÖVP seien froh, dass es Tschürtz gibt, ob der „schaumgebremsten“ Oppositionspolitik der vergangenen Jahre. Deshalb fordern viele Tschürtz- Gegner jetzt einen härteren Kurs der FPÖ. Und hoffen so auf mehr Motivation.

Dass diese auch der Parteichef selbst nötig hätte, zeigen seine Aussagen zum Team Stronach („Die werden sicher Stimmen kosten“) und die fehlende Aussicht auf einen Regierungssitz bei den kommenden Landtagswahlen im Burgenland. Gerade in der derzeitigen Situation erwarten sich Funktionäre wohl eher positivere Ansagen, als düstere (wenn auch ehrlich gemeinte) Zukunftsprognosen vom Obmann über die eigene Partei.
Vielleicht ist Tschürtz aber einfach nur Realist und weiß, dass der Erfolg der FPÖ im Burgenland nicht von der Person des Landesobmanns abhängig ist, sondern einzig und allein vom Auftreten und Abschneiden von HC Strache auf Bundesebene.