Erstellt am 11. Februar 2015, 07:04

von Harald Knabl

Frechheit darf auf keinen Fall siegen. Harald Knabl über Griechenland und die EU.

Es steht fest, dass die Griechen, als sie beim Euro mitmachen wollten, geschwindelt haben. Und das ist noch höflich ausgedrückt. Und weil sich Europa euphorisch einem neuen Hoch näherte, nahm man es mit der Kontrolle des gelieferten Zahlenmaterials nicht so genau.

Auch das war, noch höflich ausgedrückt, ein schwerwiegender Fehler, entschuldigt aber keinesfalls den Umstand der bewussten Täuschung. Weil der Euro und Europa nicht ohne Totalschaden aus der Misere gekommen wären, wurden Milliarden nach Griechenland geschickt. Zunächst einmal, und das war vielleicht ein Fehler, um die Banken zu stützen. Bei den Menschen kam das Geld nie oder in bescheidenem Ausmaße an.

Es stimmt schon, das Programm, dem sich Griechenland unterwerfen musste, ist ein Albtraum, streng und von deutscher Hand konstruiert. Es drückt auch ein wenig Rachegefühl aus, einem Land gegenüber, welches sich um das Wohlergehen des Projektes Europa nichts scherte, das sich im Selbstbedienungsladen wähnte. Das alles war plötzlich vorbei. Und weil auch das Grundverständnis, gehörige Mitschuld an der Katastrophe zu haben, fehlte und noch immer fehlt, wählten die Griechen bei den letzten Wahlen eine Partei, die ihnen nach dem Maul redete und verantwortungslos Hoffnungen auf ein Ende des Sparprogrammes machte.

Das wird so nicht durchgehen, das kann, nein, das darf so nicht durchgehen. Ein Nachgeben würde bedeuten, dass dieses Europa, das sich strenge Regeln bewusst gegeben hat, gescheitert wäre.

Die neue griechische Regierung wird scheitern, weil sie ihre Versprechungen nicht halten wird können. Und niemand ist ungnädiger als ein Volk, das hofft und das dann doch enttäuscht wird.