Erstellt am 02. Oktober 2013, 09:16

Für die SPÖ ist es noch schwieriger. Harald Knabl über die künftigen politischen Konstellationen im Land.

© Franz Baldauf , St. Pölten , 26.09.2012 , NÖN Chefredakteur und Geschäftsführer vom NÖ Pressehaus Prof. Harald Knabl  |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Eine Überraschung? Das Ergebnis für SPÖ und ÖVP wohl kaum. Mehr war für die Regierungsparteien nämlich angesichts der inhaltlichen Bilanz dieser Regierung und auch angesichts der Vielzahl an neuen Parteien nicht drinnen. Und was jetzt? Schwamm drüber, blaues Auge feiern, es ist ja noch einmal gut gegangen?

Sicher, rein rechnerisch geht sich das aus. Und kennt man die beharrenden Kräfte in den beiden ehemaligen Großparteien, dann darf man das auch nicht ausschließen.

Faymann/Spindelegger? Hat da nicht jemand ganz deutlich gesagt, dass es sein Ziel ist, Bundeskanzler zu werden? Hat da nicht der andere gesagt, dass es sein Ziel ist, stärker zu werden? Nun, zumindest Michael Spindelegger kann sein Ziel noch erreichen. Rein rechnerisch geht sich eine rechte Koalition zwischen ÖVP, FPÖ und Frank Stronach aus.

Noch schlimmer hat es allerdings, und das hat man auch den Mienen der roten Granden angesehen, Werner Faymann erwischt. Eine Ohrfeige vom Wähler, zwar blieben die Sozialdemokraten stimmenstärkste Partei, doch ist man nun auf Gedeih und Verderb auf die ÖVP angewiesen. Die Grünen erreichten nicht das erhoffte Ergebnis aus linker Sicht, eine Zusammenarbeit mit der FPÖ hat man völlig ausgeschlossen. Wahlsieger sehen anders aus.

Und die anderen? Frank Stronach wird maßlos enttäuscht sein, was immer die Gefahr mit sich bringt, dass er den Hut drauf haut, die Grünen werden frustriert sein, das BZÖ steht vor der Auflösung. Und plötzlich taucht da noch jemand auf: die NEOS. Die werden sich jetzt parlamentarisch beweisen müssen. Protestwähler sammeln ist eine Sache, die zu halten, eine völlig andere.