Erstellt am 31. Juli 2013, 07:41

Grasser: Was soll da rauskommen?. Harald Knabl über die neuen Vorwürfe gegen Ex-Finanzminister Karl Heinz Grasser.

© Franz Baldauf , St. Pölten , 26.09.2012 , NÖN Chefredakteur und Geschäftsführer vom NÖ Pressehaus Prof. Harald Knabl  |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Doch mal Hand aufs Herz. Irgendwie hat man immer das Gefühl, dass da irgendwas nicht stimmt, wenn Karl Heinz Grassers Name auftaucht. Und irgendwo hat man immer das Gefühl, dass er um einen Tick schneller und vifer ist, als jene, die sich auf seine Fersen geheftet haben. Und irgendwo wird es damit schön langsam langweilig.

Was an so manchen US-Filmschinken erinnert, ist der Gag, dass immer dann, wenn alle glauben, jetzt, jetzt aber haben sie ihn, er sich smart und glatt und trotzig aus der Affäre schlängelt.
Kennen Sie das Gefühl, das einem in oben erwähnten Filmen beschleicht, wenn der Hauptprotagonist allen ihm gestellten Fallen souverän entfleucht und sich über die Fallensteller dann auch noch lustig macht? Man wechselt plötzlich die moralische Seite.

Und genau das ist das Gefühl, wenn man den innenpolitischen Dauerbrenner KHG betrachtet. Was ist da nicht schon alles probiert, angekündigt, angedroht, verworfen und abgedreht worden. Für Karl Heinz Grasser hat noch immer zu gelten, dass er die superweiße Weste trägt.
Grassers Karriere, als österreichischer Robin Hood in die Geschichte einzugehen, steht nur im Wege, dass ihm bislang niemand nachweisen konnte, dass er genommen hätte. Und das mit dem „den Armen geben“ wird wohl auch nicht ganz hinhauen.

Warum KHG wieder Thema ist: Weil die Justiz wieder glaubt, ihm endlich was nachweisen zu können. Es geht wieder einmal ums Geld der Schwiegermama. Ehrlich gesagt, mein Glaube, dass dabei was rauskommt, ist beschränkt. Es wird wieder einmal alles logisch klingen wieder einmal zu wenig sein. Ach ja, es gilt die Unschuldsvermutung. Was sonst?