Erstellt am 23. März 2016, 06:14

von Markus Stefanitsch

Grenz-Zaun erinnert an „Vogel Strauß“. Markus Stefanitsch über die leisen Überlegungen einer Absperrung zu Ungarn.

Im Burgenland wurde erst vor zwei Jahren ein besonderes Ereignis gefeiert: 25 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs. Umso trauriger ist es, dass dieser Tage nicht nur wieder über Zäune in Europa, sondern tatsächlich über Grenz-Zäune zu Ungarn auch nur nachgedacht wird. Hierbei ist vor allem die Symbolik fatal. Denn der Eiserne Vorhang hat das Burgenland jahrzehntelang in der Entwicklung gebremst. Erst als die Stacheldrähte weg waren, kam langsam der Aufschwung in allen Bereichen des Landes.

Keine Frage, die derzeitige Situation mit der Flüchtlingskrise ist ebenso ein besonderes Ereignis. Anders als damals kommen Flüchtlinge aus völlig unterschiedlichen (Religions-)Welten. Und sind neben den Kriegsflüchtlingen in der Mehrzahl auf der Suche nach einem besseren Leben in Europa. Die Menschen im Burgenland und in ganz Europa wollen Antworten von den Politikern, wie die neue Situation geschafft werden kann.

Dass diese Antworten oft fehlen oder nicht ausreichend sind, spielt dem rechten Lager mit seiner Angstmache in die Hände. Dass die Stimmung hinsichtlich „Willkommenskultur“ großteils im Burgenland längst gekippt ist, weiß auch Landeschef Hans Niessl. Er fährt seit Monaten einen betont harten Kurs, der mittlerweile schon von der Bundes-SPÖ übernommen wurde.

Niessl fordert zudem eine permanente Grenzsicherung und hat damit sicher viele Befürworter auf seiner Seite. Einen durchgehenden Grenz-Zaun wird letztlich aber selbst der oberste Landeschef nicht wollen. Denn, wer der Meinung ist, ein Grenz-Zaun zu Ungarn ohne gesamteuropäischer Einigung löse die Flüchtlingskrise, kann genauso gut den Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass niemand mehr zu uns will.