Erstellt am 11. Mai 2011, 07:17

Guter Politiker, falsches Ressort. HARALD KNABL über die unglücklichen Aktionen von Verteidigungsminister Norbert Darabos.

 |  NOEN, Franz Baldauf
x  |  NOEN, Franz Baldauf

Mit jedem Tag, mit jeder seiner unglücklichen Aktionen wird Norbert Darabos als Verteidigungsminister untragbarer. Da nutzen weder patscherte, populistische Truppenbesuche im Ausland noch scheinbar harte Strafsanktionen gegen seine Person kritisierende Offiziersvereinigungen. Und: Mittlerweile ist Darabos auch die Mehrheit in der Bevölkerung in Sachen Abschaffung der Wehrpflicht abhanden gekommen. Es stellt sich ernsthaft die Frage: Wie lange hält man sich auf einem Ministersessel, den man eigentlich gar nicht will? Norbert Darabos ist ein Opfer des SPÖ-Parteichefs Werner Faymann. Eine traurige Geschichte.

Warum der Kanzler nicht schon längst die Konsequenzen aus dem Kasperltheater gezogen hat, darüber rätselt seit Wochen die innenpolitische Szene. Eigentlich aber sollte man fragen, weshalb Faymann Darabos überhaupt dieses Ressort weiter „anvertraute“, machte der Burgenländer aus seiner Abneigung der Institution Bundesheer gegenüber nie ein Geheimnis.

Das Verteidigungsressort ist ein sehr heikles Unterfangen. Österreichs Politik hat schon manch seltsame Konstellation erlebt. Ja, wir hatten auch schon einen Mann als Frauenminister. Doch just einen Zivildiener ins Verteidigungsressort zu schicken, das erzeugte von Beginn an Widerstand und hatte den fürs Ressort gefährlichen Beigeschmack der Lächerlichkeit.

Norbert Darabos ist kein schlechter Politiker, das hat er schon mehrfach bewiesen. Er ist an sich vor allem ein wirklich guter Parteistratege. Aber als Verteidigungsminister ist er einfach schlecht eingesetzt. Und das sollte man endlich akzeptieren.

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harald.knabl@bvz.at