Erstellt am 12. August 2015, 06:41

von Markus Stefanitsch

Haydn-Streit war programmiert. Markus Stefanitsch über den vorprogrammierten Haydn-Deal.

Die seit Jahren anhaltenden Spannungen zwischen dem Land Burgenland und der Esterházy Privatstiftung erreichten in der Vorwoche einen weiteren Höhepunkt. Die Verhandlungen über die Fortsetz-ung der Haydn-Festspiele im Schloss Esterházy wurden offiziell für beendet erklärt. Soll heißen, das offizielle Burgenland wird keine Haydn-Veranstaltungen mehr im Schloss Esterházy abhalten.

Neben zahlreichen persönlichen Befindlichkeiten auf beiden Seiten der Streitparteien ist auch ein wirtschaftlicher Hintergrund zu sehen. Die Esterházy Privatstiftungen sind in den vergangenen Jahren immer mehr als Kulturförderer und -veranstalter aufgetreten.

So wurde beispielsweise vor gut zwei Jahren endgültig der Steinbruch mit seinen Opernfestspielen vom jahrelangen Veranstalter Wolfgang Werner übernommen. Oder auch die Kinderfestspiele „Burg Forchtenstein Fantastisch“ und andere kleinere Kulturattraktivitäten sind bereits unter der Führung von Esterházy-Generaldirektor Stefan Ottrubay.

Somit war es für die prestigeträchtigen Haydn-Festspiele nur eine Frage der Zeit, bis sie unter die Esterházy‘schen Fittiche kommen. Übel kann man es dem Unternehmer Ottrubay nicht nehmen – und den Besuchern wird es egal sein, wer der Veranstalter ist, solange das Angebot passt. Aber eines ist sicher: So wie Esterházy und das Land Burgenland seit Jahren miteinander umgehen, ist für beide Seiten unwürdig und der gute Herr Haydn wird sich, wie man so schön sagt, im Grab umdrehen.