Erstellt am 03. Oktober 2012, 07:09

Heer: Darabos hat es nicht leicht. Harald Knabl über die Berufsheer-Kritik aus den eigenen SPÖ-Reihen.

 |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Alleine auf weiter Flur. Am Tag der Leutnante in Wiener Neustadt zeigte sich, wie sehr sich unser Verteidigungsminister mit seiner Position, die allgemeine Wehrpflicht abzuschaffen, isoliert hat. Zwar zementierte sich der ehemalige Zivildiener vor seinem Kader durchaus mutig ein, doch wann ergab sich das letzte Mal für einen Minister die delikate Situation, dass der Bundespräsident bei der gleichen Veranstaltung öffentlich die genau gegenteilige Position vertrat. Ein Bundespräsident, der noch dazu nicht dafür bekannt ist, besonders mutig zu sein, und einer, der noch dazu aus den eigenen SPÖ-Reihen kommt.
Dass sich just am gleichen Tag auch noch der rote Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky gegen das Berufsheer aussprach, macht die unmögliche Situation Darabos’ auch in der SPÖ noch deutlicher.

Der Burgenländer hat also nicht nur den weit überwiegenden Teil des Offizierskorps gegen sich, welches sich nicht nur in der Person des obersten Generals immer lauter und mutiger öffentlich äußert, die Unterstützung seiner Parteikollegen beginnt spürbar zu zerbröseln. Dafür setzt es aus den Bundesländern immer öfter Kritik für Darabos. Kein Wunder, dort ist bei diversen Katastropheneinsätzen die unschätzbare Leistung des Bundesheeres zu spüren. Und das, so wird immer öfter argumentiert, sei mit einem Berufsheer nicht machbar.
Norbert Darabos, und daher mag auch die Zurückhaltung sehr vieler seiner Parteifreunde rühren, geht auch für die Gesamtstrategie der SPÖ in Richtung Nationalratswahlen im kommenden Jahr ein enorm hohes Risiko ein. Nach einer möglichen verlorenen Volksbefragung in Sachen Wehrpflicht könnte die angeschlagene Bundes-ÖVP Aufwind erfahren.