Erstellt am 12. November 2014, 07:07

von Markus Stefanitsch

Hinter den Kulissen der Landespolitik. Markus Stefanitsch über den zum Handkuss gekommenen Erwin Pröll.

Pröll als „Opfer“. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll kam unverschuldet „zum Handkuss“, als er in der Vorwoche das Komturkreuz mit Stern des Landes Burgenlands verliehen bekam. Die Verleihung durch Landeshauptmann Hans Niessl und Stellvertreter Franz Steindl fand nämlich im Seehof in Rust und nicht – wie ursprünglich geplant – im ehrwürdigen Schloss Esterházy in Eisenstadt statt (siehe unten sowie die dieswöchige BVZ, Seite 2 und im Treffpunkt).

Nach außen hin wird darüber nicht viel gesprochen, aber intern gab es einige Aufregung. Denn es wird gemunkelt, dass seitens der Esterházy-Betriebe erst recht kurzfristig bekannt gegeben wurde, dass die Veranstaltung nicht im Schloss stattfinden könne.

Im Land sieht man die Aktion als kleine Revanche aufgrund der jahrelangen Streitigkeiten zwischen Land und der Stiftung Esterházy. Offiziell will das im Land niemand bestätigen. Der Rahmen in Rust sei wunderschön gewesen und für den NÖ-Landeschef in jedem Fall eine große Ehre, heißt es aus dem Landhaus.

Die Esterházy-Betriebe selbst wollen auch erst gar keine Unruhe aufkommen lassen. „Ende August wurde angefragt, ob der Termin noch frei wäre. Mitte Oktober fragte man wieder nach, da war der Termin aber leider schon vergeben“, heißt es offiziell aus dem Büro von Esterházy-Generaldirektor Stefan Ottrubay.

Terminkollision hin, Streitereien her. Dass die Verleihung nicht am wohl prestigeträchtigsten Ort, dem Schloss Esterházy, stattgefunden hat, sehen im Land einige als kleinen Affront gegen Pröll. Dieser nahm es dennoch professionell und gelassen. Und sprach nach der Feier in Rust von einem schönen und herzlichen Abend.


x  |  NOEN, Gregor Hafner

Komturkreuz-Verleihung: Die höchste Auszeichnung des Burgenlandes wurde Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (M.) in der Vorwoche von Landeshauptmann Hans Niessl (r.) und Landesvize Franz Steindl verliehen.

Pröll erfreut: „Was es wiegt, das hats – das soll auch in Zukunft gelten! Die Zusammenarbeit mit dem Burgenland ist immer geprägt von Handschlag, klarem Wort und geradem Weg.“