Erstellt am 01. Oktober 2014, 07:04

von Markus Stefanitsch

Hinter den Kulissen der Landespolitik. Markus Stefanitsch über das Ende der christlichen Nächstenliebe.

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Bischof „eingesperrt“. Was sich am Wochenende in Großwarasdorf abgespielt hat (siehe Seite 2), hat mit christlicher Nächstenliebe rein gar nichts zu tun. Bei der Agape nach der Seelenmesse für einen verstorbenen Diözesanpriester wurde Burgenlands Bischof Ägidius Zsifkovics gemeinsam mit anderen Teilnehmern und geistlichen Schwestern im Pfarrhof eingesperrt – mittels einer Sperrvorrichtung wurde der Pfarrhof von außen verschlossen.

Hier hört sich der Spaß, der in Großwarasdorf schon lange keiner mehr ist, auf. Dies dürfte der negative Höhepunkt im Streit um die Abberufung eines ehemaligen Pfarrers in der mittelburgenländischen Gemeinde sein sein. Einige Mitglieder der Pfarre machen Bischof Zsifkovics für die Abberufung verantwortlich.

Das Problem an der Sache ist, dass der ehemalige Pfarrer einem bosnischen Orden angehört und somit außerhalb des Einflusses des burgenländischen Bischofs liegt. Der Pfarrer war, laienhaft ausgedrückt, eine „Leihgabe“ und somit kein Angestellter der Diözese Eisenstadt. Aber egal, wie es auch das Kirchenrecht vorsieht, den Schritt, den am vergangenen Wochenende scheinbar Gegner des Bischofs gesetzt haben, geht in den kriminellen Bereich, und kann nie Teil einer Lösung sein.

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