Erstellt am 24. September 2014, 07:04

von Markus Stefanitsch

Hinter den Kulissen der Landespolitik. Markus Stefanitsch über den „Nazi-Keller“ und den medialen Aufschrei.

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Keller-Aufschrei. Schockierend, dass es immer noch Leute gibt, die in ihrem Keller oder sonst wo, Relikte aus der Nazi-Zeit sammeln. Angefangen von Hakenkreuzen bis hin zu Hitlerbildern oder sonstigen Devotionalien. Leider bestraft das Gesetz nur die öffentliche zur Schau Stellung, nicht aber das Sammeln. Das sollte auch mal hinterfragt werden.

Nichts hinterfragt haben scheinbar

. Was man ihnen wirklich vorwerfen müsste, ist, ihrem „Bekannten“ und Besitzer des besagten „Nazi-Kellers“, Josef O., nicht Druck gemacht zu haben, diese Nazi-Gegenstände zu vernichten oder wegzuschmeißen. Oder, dass sie sich überhaupt mit jemandem abgegeben haben, der derartige Dinge hortet.

Fakt ist aber, dass die vier (von Seidl aus 15 anwesenden ausgewählten) Musikanten je 35 Euro Honorar für ihren „Auftritt“ bekommen und Anweisungen des Regisseurs befolgt haben. Der Kellerbesitzer selbst soll gar einen vierstelligen Eurobetrag erhalten haben.

Die vier Musikanten aus dem Keller sind am Boden zerstört. Klar sind sie selber schuld. Wer sich in so einem Keller (auch gegen Honorar und dem Regisseur folgend) filmen lässt, muss als Laiendarsteller mit allem rechnen. Aber, dass sie jetzt als gefährliche Nazis abgestempelt werden, die ewig-gestriges Gedankengut verbreiten, kann es auch nicht sein.

„A b’soffene G‘schicht“, wie ein Beteiligter schildert, ist zwar keine Entschuldigung, aber zumindest eine Erklärung.