Erstellt am 30. April 2014, 10:14

von Markus Stefanitsch

Hinter den Kulissen der Landespolitik. Markus Stefanitsch über die Erkenntnisse aus der ÖVP-Urabstimmung.

Rückenwind für ÖVP-Segelboot. Dass SPÖ-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich den Ausgang der ÖVP-Urabstimmung in einer ersten Reaktion als klare Niederlage für Franz Steindl darstellte („...eine absolute Mehrheit hat sich entweder der Stimmabgabe verweigert oder für Jürgen Rohrer gestimmt“, so Hergovich), konnte den Jubel in der ÖVP-Zentrale nicht beeinträchtigen.

Abseits politischer Gegenmeinungen sprechen neutrale Beobachter von einem gelungenen „Experiment Urabstimmung“ für Franz Steindl. Aber weniger der klare Sieg des ÖVP-Chefs gegen Herausforderer Jürgen Rohrer (siehe Seite 2 der dieswöchigen BVZ) als vielmehr die vermeintlich hohe Wahlbeteiligung von rund 57 Prozent, war die Überraschung des Tages.

Und wer den ÖVP-Chef Franz Steindl kennt, der weiß, dass es eine gewisse Genugtuung für ihn darstellt, dass am Sonntag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung erzielt wurde, als bei den vergangenen Wirtschafts- oder Arbeiterkammerwahlen. Bei aller schwarzer Euphorie: Die fliegenden Wahlkommissionen haben sicher einen entscheidenden Faktor für die hohe Beteiligung dargestellt. Und der Sieg Steindls gegen Rohrer war vorhersehbar.

Steindl ist zweifelsohne jetzt der starke Mann der Stunde. Dass aber auf einmal alle in der ÖVP „guschen“ und nur für Steindl laufen werden, gilt als unwahrscheinlich. Franz Steindl muss nun den Sieger-Wind mit- und das ÖVP-Ruder fest in die Hand nehmen sowie einen klaren Kurs segeln. Sonst kommt in ein paar Monaten wieder Gegenwind aus den eigenen Reihen und damit auch der nächste Meuterei-Versuch.