Erstellt am 27. Juni 2012, 07:13

Hinter den Kulissen der Landespolitik. MARKUS STEFANITSCH über alte Sprüche und neue Wahrheiten.

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Jedem alles recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann – dieses alte Sprichwort dürfte ÖVP-Landesvize Franz Steindl in den vergangenen Wochen wohl öfters in den Sinn gekommen sein. Bei der Bestellung des neuen BEWAG-Vorstands Alois Ecker (siehe gegenüberliegende Seite) heimste der ÖVP-Chef auch einige interne Kritik ein. „Warum ein Niederösterreicher und keiner aus unseren burgenländischen ÖVP-Reihen?“, fragten sich viele Funktionäre hinter vorgehaltener Hand.

Steindl entschied sich für die parteiunbeliebte, aber seiner Meinung nach fairste Entscheidung: Der Beste aus dem Hearing der Personalfirma solle das Vorstandsmandat erhalten. Hätte er allerdings einen ÖVP-Mann aus dem Burgenland auf den begehrten Posten hingesetzt, hätte es im Land den Aufschrei wegen Partei-Packelei gegeben. Wie gesagt: „Jedem alles recht getan …“

Viel interessanter ist aber die Frage, warum die EVN (Mehrheitsaktionär des Minderheitseigentümers Burgenland Holding) im Hintergrund so sehr auf den bisherigen „kabelplus“-Chef gepocht hat? BEWAG-Betriebsrat Josef Grafl glaubt die Antwort zu kennen: Weil dadurch der Einfluss der EVN im Burgenland größer wird.