Erstellt am 20. Juni 2012, 07:10

Hinter den Kulissen der Landespolitik. MARKUS STEFANITSCH über manche, die es sich eben richten.

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Zuletzt ist es ruhig geworden um die Bioenergie Burgenland GesmbH (betreibt drei Biomasseanlagen und sieben Heizwerke im Burgenland). Das Unternehmen musste – wie berichtet – Ende Jänner einen Antrag auf ein sogenanntes Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung stellen. Sollte der Betrieb liquidiert werden, würden Schulden von rund 39 Millionen Euro übrig bleiben, hieß es vom Kreditschutzverband. Jetzt ist zu hören, dass die Bank Burgenland, als einer der größten Kreditgeber der Bioenergie Burgenland GesmbH, Kapital in das Unternehmen pumpen will, um so eine Insolvenz abzuwehren.

Dennoch ist diese Firmengeschichte eine äußerst verwunderliche. Denn als Gesellschafter agieren höchst renommierte Firmen des Burgenlandes: BEGAS, die Bauernenergie Holding (Landwirtschaftskammer, Waldverband, Diözese Eisenstadt) und die F.E. Familien-Privatstiftung (Esterházy). Warum geht also so ein „potentes“ Unternehmen im Land pleite und wo waren die Haftungen für ein derartiges Riesenprojekt? Denn Gerüchten zufolge soll es für einen Großteil der Bankschulden keine Sicherheiten geben. Da kann man als einfacher Häuslbauer nur den Kopf schütteln: Wer weiß nicht, wie genau die Banken für einen einfachen Kredit sämtliche Sicherheiten checken.

Für Kopfschütteln sorgt innerhalb der ÖVP eine anstehende Personalentscheidung: die Wahl des zweiten BEWAG-Vorstandes (steht sozusagen nach altbewährter Proporz-Manier der ÖVP zu). ÖVP-Chef Franz Steindl dürfte dem Vernehmen nach den Niederösterreicher Alois Ecker (Vorstand „kabelplus“) forcieren, worüber einige burgenländische „Parteifreunde not amused“ sind. Ecker hat sich bereits bei der Zusammenführung von „bnet“ und „kabelsignal“ als Fusionierer einen Namen gemacht.