Erstellt am 25. April 2012, 07:26

Hinter den Kulissen der Landespolitik. MARKUS STEFANITSCH über dreiste Rechnungsauslegungen.

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Die „Fristlose“ für BEGAS-Chef Rudolf Simandl am Montag dieser Woche überrascht kaum. Vor allem die Anschaffung von Privat-Pkw für Familienangehörige auf BEGAS-Rechnung sorgte für Unmut. Wie die BVZ erfahren konnte, ist dies aber nur der Gipfel des Eisberges. Simandl soll auch zahlreiche andere Dienstleistungen und Gegenstände auf BEGAS-Rechnung angeschafft haben – angefangen von der privaten Gartengestaltung über das neue Badezimmer eines seiner Kinder bis hin zu Einrichtungsgegenständen und Fernseher. All das wurde ihm von seinen Bonuszahlungen abgezogen. Simandl umging damit die Steuerpflicht.

Die Selbstanzeige der BEGAS dürfte auch noch ein Nachspiel haben. Immerhin wird man auch die Steuer für die fingierten Rechnungen beim Finanzamt nachzahlen müssen.
Indes wird auch über Ex-BEGAS-Chef und jetzigen BEWAG-Vorstand Reinhard Schweifer diskutiert. Aus ÖVP-Kreisen ist zu hören, dass Schweifer „kaum zu halten sein wird.“ Die Entscheidung soll am Donnerstag fallen. Kurios dabei: In seiner jetzigen Funktion hat sich Schweifer nichts zuschulden kommen lassen. Seitens der EVN (als Hauptaktionär der BEWAG-Mutter Burgenland Holding) wird jedoch die „moralische“ Vertrauensfrage gestellt. Allerdings könnte Schweifer dennoch auf seinen noch laufenden Fünf-Jahresvertrag pochen…

Weiter geht es auch an einer anderen BEWAG-Front. Das Oberlandesgericht hat entschieden, dass die im Vorjahr ausgesetzte Verhandlung gegen Ex-Vorstand Josef Münzenrieder in Eisenstadt fortgesetzt wird. Gleiches soll, so hört man, mit der Verhandlung von Ex-Vorstandssprecher Hans Lukits geschehen. Insgesamt geht es um rund 900.000 Euro „Abfertigung“.