Erstellt am 12. Oktober 2011, 08:13

Hinter den Kulissen der Landespolitk. MARKUS STEFANITSCH über glückliche „Fehlentscheidungen“.

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Die Pleite von Mirko Kovats hat nichts mit dem Burgenland zu tun. Zum Glück, denn im Jahr 2005 war es so gut wie fix, dass Kovats die Bank Burgenland kaufen würde. Die Grünen und die ÖVP hatten sich – sehr zum Ärger der SPÖ – gegen einen Verkauf an den Großindustriellen ausgesprochen. Das Land hätte damals die Haftung für eine etwaige Pleite übernehmen müssen. Auch jetzt belasten das Land noch Haftungen von rund 2,5 Milliarden Euro.

In der ÖVP reibt man sich die Hände vor Genugtuung: „Das zusammengebrochene Kartenhaus von Kovats hätte sicher auch das Land in schwerste Bedrängnis gebracht“, so ein ÖVP-Mann. Zum Schmunzeln ist übrigens, dass die SPÖ derzeit in Brüssel ähnlich argumentiert. Bei der anhängigen EU-Klage der Ukrainer, die ebenfalls die Bank kaufen wollten, rechtfertigt das Land Burgenland den Verkauf an die Grazer Wechselseitige-Gruppe mit dem Verweis auf die Landeshaftung. Denn bei den Ukrainern hätte man nie die Sicherheit gehabt, dass sie eine Bank erfolgreich führen könnten – daher hätte ständig die Gefahr bestanden, dass die Milliarden-Haftung des Landes schlagend hätte werden können. Mirko Kovats lässt herzlich grüßen…