Erstellt am 03. Juni 2015, 07:00

von Markus Stefanitsch

Im Hinterkopf immer die Oppositionsfront. Markus Stefanitsch über die Koalitionsverhandlungen und die „Gefahr einer Regierung mit blauer Braut“.

Verdient verloren, die Niederlage fiel aber zu hoch aus – so würden wohl die Schlagzeilen im Sport für die SPÖ und ÖVP bei den Landtagswahlen lauten. Denn: Die hohen Verluste der SPÖ und der ÖVP sind nicht nur hausgemacht, sondern wurden von den bundespolitischen Problemen (Asyl, Arbeitsmarkt) beeinflusst. Ebenso auf Seiten der Gewinner FPÖ, Grüne und Bündnis Liste Burgenland.

Hinzu kommt, dass man bei Rot und Schwarz über den Ausgang in der Steiermark „froh“ ist. Jetzt können sie in allen Punkten verweisen, dass es die Steirer noch schlimmer erwischt habe und dort die FPÖ sogar doppelt so stark ist wie im Burgenland.



Das alles darf dennoch nicht über das schlechte Abschneiden der beiden Regierungsparteien hinweg täuschen. Und man kann nicht alles dem Bund in die Schuhe schieben: Die Bevölkerung im Burgenland will eine Veränderung. Ansonsten hätten Rot und Schwarz gemeinsam nicht rund 14.000 Stimmen weniger als im Jahr 2010 bekommen.

Die Frage ist nur, ob die Menschen die Koalition Rot-Schwarz nicht mehr wollen oder man „nur“ neue Gesichter in der Regierung sehen will? Laut Umfragen eher zweiteres, da nach wie vor die Mehrheit eine rot-schwarze Regierung will. Durch die Abschaffung des Proporzes ist allerdings alles möglich – sogar der erste ÖVP-Landeschef seit 1964 mit Hilfe von FPÖ und Liste Burgenland. Ebenso aber auch eine in Österreich erstmalige Koalition SPÖ und FPÖ.

Beide Varianten mit der blauen „Braut“ würden aber eines garantieren: erstmals eine wirklich starke Oppositionsfront im Land. Das werden sowohl Niessl (SPÖ) als auch Steindl (ÖVP) bei den Koalitionsverhandlungen mit der FPÖ immer im Hinterkopf haben.