Erstellt am 29. April 2015, 07:00

von Bernhard Fenz

Im Widerspruch zum Wettkampfgedanken. Bernhard Fenz über den Entwurf einer neuen Klasseneinteilung im Fußball-Unterhaus.

Unterhalb der BVZ Burgenlandliga und der drei bezirksübergreifenden 2. Ligen soll Burgenlands Amateurfußball noch regionaler werden. Das sieht ein Entwurf von BFV-Vizepräsident Ernst Gangl vor, den er bei der letzten Verbands-Vorstandssitzung unter „Allfälligem“ einbrachte.



Der Vorschlag lautet: Auflösung der 2. Klassen und Bildung mehrerer 1. Klassen – zwei in den Gruppen Nord und Mitte, drei in der Gruppe Süd – mit dem Ziel, diese noch regionaler aufzuteilen. Speziell im Norden sei es, wie der Funktionär aus Illmitz klarstellt, der Wunsch einiger Klubs, die Bezirksgrenzen möglichst nicht zu überschreiten – vor allem in der 1. und 2. Klasse.

Auch Gangls Argumente mögen etwas für sich haben: 1.) Die Reserven würden bei näheren Auswärtsfahrten eher zustande kommen. 2.) Die eigenen Jungen könnten bei den Klubs eher gefördert werden, weil der Abstiegsdruck wegfällt.

Gerade hier wird der Vorschlag aber problematisch, denn: Löst man die 2. Klasse auf, gibt es im Umkehrschluss plötzlich mehrere letzte Klassen ohne Abstieg. Solchen 1. Klassen (A, B, im Süden C) würde also mit einem Schlag der Pfeffer entzogen, geht es dann doch künftig abseits des Aufstiegskampfes darunter in Wahrheit nur noch um die goldene Ananas.

Mehr regionale Derbys klingen zwar attraktiv, im Mittelfeld und im Tabellenkeller würden diese dort mittelfristig aber trotzdem nur zu einer Anhäufung besserer Freundschaftsspiele führen. Und das widerspricht dem sportlichen Wettkampfgedanken einfach zu sehr.