Erstellt am 18. April 2012, 00:00

Im Zweifel zählt das geringere Übel. BERNHARD FENZ über die Diskussion rund um das Strafwesen des Fußballverbandes.

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Der Straf- und Meldeausschuss STRUMA stärkt den Unparteiischen bei den Urteilen nach Ausschlüssen oder Anzeigen nicht ohne Grund den Rücken. Werden die mehr oder weniger unantastbaren schriftlichen Berichte der Referees künftig zunehmend in Frage gestellt, könnte das eine empfindliche Schwächung der „Schwarzen“ bedeuten.

Andererseits wiederum wäre es nur gerecht, sich einen breiteren Überblick über strittige Situationen zu verschaffen. Zeugen befragen, Beweise einsehen, ein faires Urteil fällen – all das ist prinzipiell sinnvoll auf dem Weg zur Wahrheitsfindung. In der Praxis könnte dem Straf- und Meldeausschuss aber ein Chaos drohen. Halbseidene Zeugenaussagen, völlig konträre Ansichten, chaotische Pattstellungen und á la longue ein Riesentheater drohen der Einrichtung, die klarerweise kein Ordentliches Gericht ist. Insofern ist der eine oder andere zu dick aufgetragene Schiedsrichterbericht für den gesamten Betrieb wohl das geringere Übel – vor allem dann, wenn im Zweifel bei den Urteilen auch noch das notwendige Fingerspitzengefühl angewandt wird.

b.fenz@bvz.at