Erstellt am 23. März 2011, 00:00

Kein Ende der Atomkraft. HARALD KNABL über Fukushima und pessimistische Zukunftsaussichten.

 |  NOEN, Franz Baldauf
x  |  NOEN, Franz Baldauf

Fukushima. Noch vor rund zehn Tagen bestenfalls als eine Stadt in Japan bekannt. Heute, ein katastrophales Beben samt Tsunami später, steht dieser Ort für allerhöchste Gefahr. Und er steht für das Scheitern der Menschheit, die Natur beherrschen zu wollen. Vielleicht kommen wir in Fuku-shima mit dem berühmten blauen Auge davon, der Schock sollte eigentlich so tief sitzen, dass die Abkehr von der Energiegewinnung aus Atomkraft eingeleitet wird. Weltweit. Doch wie das halt so ist, mit Katastrophen und der Menschheit: Die Chancen dafür sind gering.

Selbst wir in Österreich, so wurde uns in der Vorwoche wieder bestätigt, kommen nicht ganz umhin, Strom aus Atomkraftwerken zu nutzen. Die Versorgungssicherheit ist keine lokale Angelegenheit. Sie ist international aufgebaut, und ein kurzer Blick auf die Landkarte genügt und man erkennt, dass der Strom aus unseren Steckdosen halt kein Mascherl hat.

Es ist immerhin ein Erfolg, wenn Deutschland sieben Atomkraftwerke vom Netz nimmt, wenn nun weltweit die Anlagen überprüft werden. Es ist sogar ein großer Erfolg für den heimischen Umweltminister, wenn sein Ruf nach einem europaweiten Stresstest für die atomaren Anlagen Gehör findet. Aber das war‘s dann auch schon. Leider.

Wir haben uns der Atomkraft schon vor Jahren ausgeliefert, wie der Zauberlehrling sich jenen Geistern, die er schlussendlich nicht beherrschen konnte. Das ist, zugegeben, ein sehr pessimistischer Ansatz, aber ich fürchte, er ist der realistischere, als jener zu glauben, dass das Ende der Energiegewinnung aus Atomkraft in Fukushima eingeläutet wurde.

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