Erstellt am 16. Dezember 2015, 04:48

von Markus Stefanitsch

Landkrimi polarisiert. Markus Stefanitsch über einen heftig diskutierten Landkrimi und den Wirbel um Ehrungen.

Landkrimi polarisiert. Die Serie „Landkrimi“ des ORF ist voll aufgegangen. Immer ein anderes Bundesland, aufgeputzt mit Schauspielstars aus dem jeweiligen Land und jeder Menge Klischees. Vor allem die Klischees sind es, die für Diskussionen sorgen. Und das ging sogar so weit, dass eine der renommiertesten Schriftstellerinnen des Landes ihren Ärger in einem Leserbrief an die BVZ kundtat. In vielen Bereichen muss man Jutta Treiber auch recht geben (siehe Seite 4). Allerdings sollte man einige Dinge – gerade weil sie so überspitzt dargestellt wurden – auch mit einem Schmunzeln sehen. Dass nämlich eine kleine Meute von Dorfbewohnern skandiert, dass der mutmaßliche Mörder gleich aufgehängt werden solle, spielt‘s heutzutage eben nur im Film. Dass es seitens des Landes keine Gelder für das Projekt gegeben hat (die BVZ berichtete), wird die Kritiker des Films bestätigen. Andererseits war die Szenerie im Südburgenland eine durchaus authentische und charmante – vor allem aber anders als die reinen Imagebilder aus Tourismuskatalogen und Werbefilmen. Auch das wird eine gewisse Klientel ansprechen.

Ärger über Danksagungen. Ebenfalls heftig debattiert werden die Ehrungen der freiwilligen Helfer im Zuge des Flüchtlingsansturms an der Grenze. Im Internet ist eine Diskussion entstanden, wo den offiziellen Repräsentanten — allen voran Landeschef Hans Niessl und FPÖ-Vize Johann Tschürtz – Scheinheiligkeit vorgeworfen wird. Bei aller Kritik an der Haltung der beiden Politiker in der Flüchtlingsfrage: Hier darf man nicht Äpfel mit Birnen verwechseln. Das offizielle Burgenland sagt Danke – nicht mehr und nicht weniger. Es gibt viele Freiwillige, die sich über diese Ehrung freuen. Und wer es nicht will, wird halt verweigern.