Erstellt am 15. Juli 2015, 06:51

von Markus Stefanitsch

Landtags-Auftakt und Symbol-Foto. Markus Stefanitsch über ein einfaches Foto mit hohem Symbolwert.

Kein Auftakt nach Maß. Der neue Landeshauptmann-Stellvertreter Hans Tschürtz (FPÖ) hat sich seinen Antritt als zweiter Mann im Land wohl auch anders vorgestellt: Seine erste offizielle „Amtshandlung“ als Sicherheitslandesrat musste in der Vorwoche nur kurze Zeit später wieder zurückgenommen werden.

Tschürtz kündigte gleich nach seiner Angelobung indirekte Grenzkontrollen im Südburgenland an, bekam von der Polizei aber prompt ein „Njet“: „Keine Zeit und kein Personal“, hieß es seitens der Exekutive. Der Großteil der Beamten wird derzeit zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik benötigt.

Hans Tschürtz ärgerte sich vor allem über ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und sah darin eine parteipolitisch motivierte Aktion. Innerhalb der Polizei schmunzelten einige über die misslungene Auftakt-Aktion des karenzierten Polizisten Tschürtz. Wie aus Polizeikreisen zu hören war, hätten die indirekten Grenzkontrollen sowieso nur ein Fototermin sein sollen, um der Öffentlichkeit so rasch wie möglich die Umsetzung von Wahlversprechen zu signalisieren.

Umso mehr muss sich Tschürtz dann noch am vergangenen Montag geärgert haben: Posierte doch just drei Tage nach der geplanten Aktion von Tschürtz Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil gemeinsam mit Wirtschaftskammer-Präsident Peter Nemeth für ein Foto bei Grenzkontrollen in Klingenbach, um auf „mehr Fairness für die Wirtschaft“ hinzuweisen.

Auch wenn diese Aktion einen etwas anderen Hintergrund hatte (

), ist es von der Symbolik her doch ein Stich ins blaue Herz.

Und es zeigt vor allem eines: Die blauen Politiker in der Regierung werden wohl keine 100-Tage-Schonfrist genießen dürfen.