Erstellt am 13. Februar 2013, 08:50

Lehrer haben auch Vorbildfunktion. Markus Stefanitsch über die Streitigkeiten in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule.

 |  NOEN
Kranke Zustände in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule im Burgenland. So lautet zumindest das Urteil einiger Lehrer der sogenannten GKPS Oberwart, einer Einrichtung der Burgenländischen Krankenanstaltengesellschaft (KRAGES). In der Schule herrscht derzeit mehr als schlechte Stimmung. Ein Teil der Belegschaft wirft der dortigen Direktorin diktatorischen Führungsstil vor. Glaubt man manchen Ausführungen, so sind Lehrer, Eltern und Schüler derart unter Druck, dass eine normale Ausbildung kaum noch möglich ist.

Vor allem einige Maßnahmen der Direktorin stoßen vielen Pädagogen sauer auf. So wurde zum Beispiel auf ihre Anweisung Red Bull, Cola oder etwa Schokolade aus dem Schulgebäude verbannt. Dadurch fühlen sich einige in ihren Persönlichkeitsrechten eingeschränkt und sprechen vom Verlust des freien Willens. Die Direktorin selbst versteht die Aufregung nicht und verweist darauf, dass man es nicht allen recht machen könne und Spielregeln eingehalten werden müssen.

Schokoriegel hin, Cola her – auf jeden Fall schaden die Streitigkeiten dem Ansehen der Schule insgesamt. Hier sollten rasch alle Vorwürfe offen auf den Tisch gelegt werden und die KRAGES muss gemeinsam mit der Direktorin und den betroffenen Lehrern nach einer konstruktiven Lösung suchen.
Dass Lehrer insgesamt als besonders kritisch gelten, ist ja bekannt. Und da birgt ein allzu autoritärer Führungsstil viel Konfliktpotenzial. Auf der anderen Seite darf es in einer Gesundheitsschule nicht das große Thema sein, dass ungesundes Essen vermieden werden soll. Dabei geht es nicht um Persönlichkeitsrechte, sondern um die Vorbildwirkung für die (Gesundheits-)Schüler.