Erstellt am 20. Juli 2016, 06:20

von Markus Stefanitsch

Abenteuer Spital: Fass ohne Boden?. Markus Stefanitsch über die schwierige Planung von Krankenhäusern und die finanziellen Folgen.

Jeder, der schon einmal ein Haus gebaut oder Wohnraum geschaffen hat, kennt das Dilemma: Man versucht zunächst, so kostengünstig wie möglich zu planen, aber im Laufe der Bauzeit kommen immer wieder ungeplante Änderungen hinzu und am Ende sieht man sich mit teils erheblichen Mehrkosten konfrontiert.

Erfahrene Häuslbauer geben dann meistens den Tipp, gleich von Haus aus mit rund 20 Prozent mehr Budget zu rechnen. Eines der größten, je umgesetzten Bauvorhaben des Burgenlandes wird das Oberwarter Krankenhaus. Hier geisterten in den vergangenen Jahren immer wieder die verschiedensten Investitionssummen durch die Medien.

Nach langem Hin und Her – zwischen Neubau und Renovierung – wurde nun vergangene Woche der definitive Plan für das neue, moderne Spital in der Metropole des Südburgenlandes präsentiert. 160 Millionen wurden veranschlagt und sollen, geht es nach Landeshauptmann Hans Niessl, auf Punkt und Beistrich eingehalten werden.

Demnach soll mit einem Generalunternehmer ein Fixpreis vereinbart werden und danach darf über keine einzige Steckdose mehr nachverhandelt werden. Letztendlich müsse man mit Steuergeldern mehr als sensibel umgehen.

Dass gerade im Spitalsbau-Bereich die größten Gaunereien in der Vergangenheit passiert sind, zeigen der AKH-Skandal und die jüngste Millionen-Steuergeld-Verschwendung beim Bau des Wiener Krankenhauses Nord. Hans Niessl legt im Burgenland die Hand ins Feuer, dass kein Cent mehr für das Projekt ausgegeben werden darf.

Den strikten Befehl, das Budget einzuhalten, nimmt man dem Landeschef durchaus ab. Ob er selbst bis zur Fertigstellung in vielleicht erst zehn Jahren noch im Amt sein wird, ist aber wohl genauso ungewiss wie die Budgeteinhaltung.