Erstellt am 01. Juli 2016, 11:34

von Markus Stefanitsch

„Brexit“: Umdenken im Land notwendig. Markus Stefanitsch über die Verantwortung der burgenländischen Politik im EU-Puzzle.

Die Entscheidung Großbritanniens, aus der EU auszutreten, sorgt nach wie vor für große Verunsicherung auf der ganzen Welt. Die Mehrheit der Bevölkerung hat sich auf der Insel gegen den gemeinsamen, europäischen Weg entschieden – auch wenn es denkbar knapp war. Über die Ursachen und die Folgen wurde und wird noch sehr viel diskutiert.

Für das Burgenland wird es unmittelbar keine großen Auswirkungen in absehbarer Zeit geben, dennoch sollten die Verantwortlichen im Land die Signale hören. Auch im Burgenland gibt es immer mehr kritische Stimmen gegen die EU. Die jüngste Umfrage im Mittel- und Südburgenland hat ergeben, dass knapp drei Viertel der Bevölkerung mit der Arbeit der EU unzufrieden sind. Das soll noch nicht heißen, dass die Mehrheit für einen Austritt aus der Europäischen Union ist. Es zeigt aber ein Stimmungsbarometer, das vor allem eins ist: hausgemacht.

Kein anderes Bundesland in Österreich hat mehr Förderungen erhalten als wir. Dennoch scheint es sprichwörtlich nicht bei den Burgenländerinnen und Burgenländern angekommen zu sein. In den Köpfen ist drinnen, dass der Großteil der Förderungen sowieso nur an die großen Firmen gegangen ist. Das stimmt aber faktisch nicht. In beinahe jeder Gemeinde gibt es mittlerweile ein Projekt oder ein Gebäude, das durch EU-Mittel gefördert wurde.

Bei den Veranstaltungen und Eröffnungen waren es aber naturgemäß meist nur die heimischen Politiker, die auf der Bühne standen und somit auch den Großteil des „Lobes“ ernten konnten und die EU wurde dezent außen vor gelassen. Hier muss auch die heimische Politik noch mehr die positiven Seiten Europas hervorkehren. Denn auch das Burgenland ist die EU – und umgekehrt.