Erstellt am 27. Juli 2016, 06:48

von Markus Stefanitsch

Darf‘s ein bisserl weniger sein?. Markus Stefanitsch über die große Konkurrenz im Kulturbereich und den Trend zur „Dorfbühne“.

Die Kulturfestivals schossen in den vergangenen Jahren wie die Schwammerl aus dem Boden. Neben den „großen Zwei“ (Mörbisch und St. Margarethen), gibt es alleine im Burgenland mittlerweile unzählige kleinere und mittelgroße Bühnen-Highlights. Diese kulturellen Ereignisse sind längst ein fixer Bestandteil der heimischen Tourismuswirtschaft geworden und beleben die verschiedenen Regionen gehörig.

Der große Kulturmotor im Burgenland ist heuer ein wenig ins Stocken geraten. Auch wenn es noch keine offiziellen Zahlen gibt: Von „restlos ausverkauft“ wird heuer sicher nicht die Rede sein. Karten gibt es, bis auf ein paar Ausnahmen, für fast jede Vorstellung noch jederzeit zu kaufen. Das wäre vor einigen Jahren fast undenkbar gewesen.

Die leichte Flaute im Burgenland hat sicherlich mehrere Gründe. Zum einen hat die Konkurrenz rund um das Burgenland nicht geschlafen und ihre Hausaufgaben gemacht. Allein im benachbarten Niederösterreich gibt es mehr als 20 namhafte Sommerbühnen und Veranstaltungen. Sind früher noch die Pensionisten-Busse aus dem Westen ausschließlich nach Mörbisch oder St. Margarethen gefahren, so machen jetzt viele in Niederösterreich oder der Steiermark halt. Und zumeist können und wollen sich die älteren Menschen nur einmal im Jahr einen Kulturausflug leisten.

Zum anderen fehlten heuer die großen Hits aus Oper und Operette, mit denen man die Zuschauer-Massen bewegen kann. Die großen Veranstalter werden in den nächsten Jahren den Gürtel ein wenig enger schnallen müssen. Denn gerade durch den Trend zum Regionalen werden die kleinen Dorfbühnen, wo man die Akteure persönlich kennt, in Zukunft noch mehr boomen.