Erstellt am 17. August 2016, 07:08

von Werner Müllner

Enttäuschung nach neuen Landes-Jobs. Werner Müllner über blaue Posten im Amt der Landesregierung.

Die Aufregung ist groß: Das Magazin „News“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass die FPÖ- Burgenland mit Posten schachere. Im „Hauptreferat Sicherheit“ — das Landeshauptmannstellvertreter Hans Tschürtz (FP) zugeordnet ist – gibt‘s zwei neue Mitarbeiter.

Der eine: Christian Hofer, Bruder des freiheitlichen Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer. Der andere: Siegfried Steiner, FPÖ-Bezirksobmann in Mattersburg und Freund von Tschürtz. Die FPÖ habe ihre Prinzipien über Bord geworfen heißt es vonseiten der ÖVP; die FPÖ sei „längst Teil des korrupten Systems“, meint das Bündnis Liste Burgenland.

Die FPÖ zeigt sich alles andere als schuldbewusst: Es sei wichtig, dass in dem Referat Vertrauenspersonen sitzen, die beiden Herren seien hochqualifiziert und Sachbearbeiter mit 1.700 Euro brutto im Monat. Der Unterschied sei jetzt der, „dass man früher als freiheitlicher Bewerber keine Chance hatte, das ist jetzt natürlich anders“, erklärt Géza Molnár, Klubobmann der Freiheitlichen, sinngemäß. Und genau dieser Unterschied, der keiner ist, könnte der FPÖ schaden.

Es gibt keinen Unterschied zu den anderen Parteien: Die FPÖ-Burgenland ist sicher nicht die erste Partei, die ihrer Verwandtschaft und dem Freundeskreis einen Job verschafft hat. Diese Personalpolitik zieht sich von Vorarlberg bis eben zum Neusiedler See. Ist nicht schön, ist aber leider so.

Was die FPÖ bis jetzt unterschieden hat, ist, dass sie gegen Vetternwirtschaft und gegen Parteibonzen gewettert und auf Plakaten für den kleinen Mann gekämpft hat. Und dieser wird nun auf der blauen Türschwelle stehen und auch um einen Job bitten. Da es diese nicht gibt, gibt es bei der FPÖ etwas, was sie bisher so nicht kannte: enttäuschte Wähler.