Eisenstadt

Erstellt am 09. November 2016, 06:40

von Markus Stefanitsch

Es ist noch genug vom Mantel da. Markus Stefanitsch über das Jubiläum unseres Landespatrons, des Heiligen Martin.

Das Burgenland feiert heuer das Jubiläumsjahr „1700 Jahre Heiliger Martin“. Zu Beginn der Feierlichkeiten riefen Bischof Ägidius J. Zsifkovics und Landeshauptmann Hans Niessl am Sonntag im Stephansdom zur Solidarität auf. Ein Wort, das wichtiger denn je geworden ist.

Die Stimmung im Land, anderen Menschen, vor allem Flüchtlingen gegenüber, solidarisch zu sein, ist im vergangenen Jahr großteils abgeflaut. Zu sehr sind noch die Bilder vom Vorjahr, wo hunderttausende Menschen unkontrolliert über unsere Grenze gekommen sind, in den Köpfen der Menschen verankert. Viele im Land fürchten um den sozialen Frieden. Da hilft es auch kaum, dass im heurigen Jahr wesentlich weniger Flüchtlinge gekommen sind.

Verstärkt wird diese Angst vor einer Überfremdung durch zahlreiche Meldungen über Straftaten und Verfehlungen der Asylwerber. Dies zu beschönigen war und ist ein Fehler vieler Politiker. Das aber als Anlass zu nehmen und gegen alle Flüchtlinge zu hetzen, ist ebenso falsch.

Hier passt das Beispiel des Heiligen Martin, unseres Landespatrons, ganz gut hinein: Er teilte seinen Mantel mit einem Armen am Straßenrand, sodass dieser überleben konnte. Uns im Burgenland geht es verhältnismäßig gut und wir können Hilfesuchende auch nach wie vor unterstützen – so wie es tausende freiwillige Helfer im Vorjahr an der ungarischen Grenze gemacht haben.

Aber eines muss auch klar sein: Es kann nicht dauerhaft zu Lasten der heimischen Bevölkerung gehen. Die Menschen müssen es sich auch weiterhin leisten können, zu helfen. Diese Gratwanderung zu schaffen, wird die große Aufgabe der Politik. Denn der Heilige Martin konnte auch nur helfen, weil er selbst einen großen Mantel besaß.