Oberwart

Erstellt am 03. November 2016, 06:21

von Markus Stefanitsch

Für ersten Eindruck keine zweite Chance. Markus Stefanitsch über Peter Wagners Facebook-Ausrutscher und den Hass im Internet.

Der burgenländische Autor Peter Wagner hat Landeshauptmann Hans Niessl schwer beschimpft. Im Internet, über Facebook. Und auch wenn das Posting von Wagner nur ganz kurz online war: „Was liegt, das pickt“, heißt es auf gut burgenländisch.

Die Wortwahl des gegenüber Landeshauptmann Hans Niessl besonders kritischen Künstlers – vor allem seit der rot-blauen Regierung – war eines Mannes vom Format von Peter Wagner nicht würdig. Den Landeshauptmann als ein „Stück Sch...“ zu bezeichnen, geht einfach nicht. Auch wenn es nur für eine Minute war. Aber das Internet vergisst eben nicht und es muss einem bewusst sein, dass öffentliche Aussagen im Internet schnell die Runde machen.

Kritik gehört dazu und muss auch sein. Persönliche Beleidigungen haben nichts mit künstlerischer Freiheit zu tun. Peter Wagner muss man nun zu Gute halten, dass er sich auch öffentlich für seine (aus dem Bauch heraus getroffene) Wortwahl entschuldigt hat. Wobei er abschwächend immer mitschwingen lässt, dass die Sache ein wenig von den Journalisten aufgeschaukelt wurde. Was nicht ganz stimmt, denn bei derartigen Aussagen eines bedeutenden burgenländischen Künstlers kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Gerade im Internet wird in letzter Zeit – zu Recht – beklagt, dass die Menschen immer weniger Hemmungen haben, teilweise menschenverachtende und auch strafrechtlich bedenkliche Statements abzugeben. Vor allem im rechten Lager finden sich auf Facebook oft erschreckende Hasspostings. Irgendwas in der ersten Emotion zu posten geht schnell, die Auswirkungen bedenken dabei viele nicht. Da hält es sich wie mit dem ersten Eindruck: dafür gibt es auch keine zweite Chance.