Oberwart

Erstellt am 19. Oktober 2016, 06:41

von Markus Stefanitsch

Hausverstand auch bei der Gesundheit. Markus Stefanitsch über die Akutordination im Spital Oberwart als Vorbild für das gesamte Land.

Vermutlich kennen viele die Situation: Ein Familienmitglied ist zu einer Zeit krank, wo mehr oder weniger kein Arzt greifbar ist. Zudem ist man vielleicht unsicher, da die Schwere der Krankheit nicht erkennbar ist. Deshalb stellt man sich oft die Frage, ob man in der unmittelbaren Nähe einen Hausarzt aus dem Bett holt oder gleich ins Spital fährt. Dabei kommen auch zweifelnde Gedanken: Rechtfertigt eine vergleichsweise „Lappalie“ wie starke Halsschmerzen oder Hustenanfälle eine Fahrt ins „teure“ Spital? Hätte man vielleicht doch noch abwarten und am nächsten Tag den Hausarzt kontaktieren sollen?

Diese und ähnliche Gewissensfragen brauchen sich Patienten aus dem Raum Oberwart zumindest bis Ende 2017 nicht stellen. Dort wurde jetzt eine erste Bilanz über die sogenannte Akutordination gezogen. Dabei machen 27 Allgemeinmediziner in einem Dienstrad von Montag bis Freitag von 17 bis 7 Uhr früh Dienst. Dabei entscheiden die Mediziner bei der Erstuntersuchung, ob die Patienten in die Spitalsversorgung aufgenommen oder behandelt und wieder nach Hause geschickt werden.

Auf diese Weise haben die Patienten schnelle Hilfe und die Allgemeinmediziner des Bezirks in Summe weniger Bereitschaftsdienst als bisher. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Rund 50 Prozent wurden in der Akutordination erstversorgt und konnten danach das Spital verlassen.

Das Pilotprojekt läuft noch bis 2017. Was man jetzt schon sagen kann: Hier wurde von Gesundheitslandesrat Norbert Darabos und den Verantwortlichen der Burgenländischen Krankenanstalten GesmbH (Krages) eine Aktion mit Hausverstand ins Leben gerufen, die auch — im Sinne der Patienten — auf das gesamte Burgenland ausgeweitet werden sollte.