Eisenstadt

Erstellt am 16. November 2016, 06:40

von Markus Stefanitsch

Jugend am Wort, aber richtig. Markus Stefanitsch über die repräsentative Demokratie als reines Schlagwort.

Politiker umgeben sich gerne mit Jugendlichen. Vor allem in der Öffentlichkeit und wenn Kameras dabei sind. Das kommt gut an. Es soll vermittelt werden, dass die Sorgen und Ängste der kommenden Generation ernst genommen werden. Man darf nicht alle Politiker in einen Topf werfen, aber der Eindruck entsteht, dass hier sehr oberflächlich agiert wird.

Der burgenländische Jugendlandtag, der in der Vorwoche zum bereits siebten Mal stattgefunden hat, ist so ein Beispiel. Auch wenn hier viele sehr engagierte junge Menschen sich ernsthaft mit der Politik auseinandersetzen, so bleibt am Ende doch viel Show übrig. Teilweise argumentieren die Jungen wie die alten Parteikollegen. Es wird viel diskutiert, aber wirklich Nachhaltiges kommt dabei nicht heraus. Kann es bei dieser Form auch gar nicht.

Die Schuld sollte man in erster Linie bei den Erwachsenen suchen. Die Jugend mit einzubinden ist oft nur ein Lippenbekenntnis. Solange in jeder Partei kein einziger Mandatar im Burgenländischen Landtag unter 25 Jahren vertreten ist, solange kann man auch nicht glaubhaft vermitteln, dass man die kommende Generation wirklich ernst nimmt.

Erst vor einigen Jahren wurde das Wählen ab 16 eingeführt. Gewählt werden darf man erst ab 18 – und selbst aus dieser Gruppe findet man keinen Vertreter in den Parlamenten. So nach dem Motto: Wir wollen eure Stimmen, aber mitreden lassen wir euch nicht.

Vielleicht ist genau das eines der großen Probleme in Sachen Glaubwürdigkeit der Politik in der jetzigen Zeit. Das System der repräsentativen Demokratie, also möglichst alle Gesellschaftsschichten aller Altersklassen im Landtag vertreten zu haben, gibt‘s genauso wenig wie die Gleichstellung von Mann und Frau.