Eisenstadt

Erstellt am 26. Oktober 2016, 06:58

von Markus Stefanitsch

Kanzler-Besuch war maßgeschneidert. Markus Stefanitsch über den Burgenland-Tag von Christian Kern (SPÖ) und eine bemerkenswerte Ansage.

Großer Bahnhof im Burgenland für Ex-ÖBB-Chef und den neuen Hoffnungsträger der Sozialdemokratie: Der Besuch von Bundeskanzler Christian Kern war fast so maßgeschneidert wie seine Anzüge. Der oberste Sozialdemokrat des Landes beehrte zunächst die Fachhochschule Burgenland, wo er inmitten von rund 250 Studenten zu diversen europäischen und internationalen Themen rund um CETA, Forschung und Bildung brillant Stellung bezog.

Kern vermittelte dabei auch gekonnt, dass er mit den Mächtigen der Welt durchaus auf Augenhöhe sein kann und innerhalb Europas eine wichtige Rolle einnehmen will. Neben den öffentlichen Diskussionen an der FH gab es auch jede Menge Zeit für kurze Gespräche mit den jungen Menschen und jede Menge „Selfies“ mit dem Handy. Dabei wirkte Kern nie abgehoben, sondern vermittelte seinen Gesprächspartnern stets das Gefühl, mit voller Aufmerksamkeit bei der Sache zu sein.

Zum Abschluss des Burgenland- Tages gab es dann noch einen Großheurigen mit rund 400 SPÖ-Funktionären, wo Kern seine Visionen und Veränderungswünsche kundtat und die Parteifreunde auf neue Zeiten einschwor.

Christian Kern hat mit diesen Auftritten im Burgenland seine hohen Sympathiewerte auf jeden Fall wieder unter Beweis gestellt. Allerdings bei eben strategisch gut gewählten „Zuhörern“. Ob der Neo-Politiker künftig auch die vielen – an die FPÖ verloren gegangenen – ehemaligen SPÖ-Stammwähler zurückholen kann, ist noch eher unwahrscheinlich.

Allerdings hat er mit einem Nebensatz aufhorchen lassen: Unter bestimmten Voraussetzungen könne er sich, nach dem Vorbild Burgenland, eine Mitgliederbefragung über den Umgang mit der FPÖ auch österreichweit durchaus vorstellen.