Eisenstadt

Erstellt am 10. Januar 2018, 06:46

von Markus Stefanitsch

König der Löwen auf Raten. Markus Stefanitsch über die spannende Hofübergabe im Burgenland.

Man kennt es aus dem Tierreich bei den Löwen: Ein Rudel wird vom „Chef“ so lange geführt, bis ein jüngerer und stärkerer Löwe übernimmt. Oftmals gehen derartige Machtkämpfe blutig aus. Entweder stirbt der Herausforderer oder der König. Es gibt aber auch Varianten bei den Löwen, wo der Ältere „nur“ vertrieben wird oder angehende Rudelsführer sich absetzen und ein eigenes Rudel gründen.

Im Burgenland wird es weder blutig noch reißerisch, aber die Frage der Übergangsphase von Landeshauptmann Hans Niessl auf seinen programmierten Nachfolger Hans Peter Doskozil bestimmt viele politische Diskussionen im Land.

Auf der einen Seite der fast zwei jahrzehntelange Rudelsführer Niessl, auf der anderen Seite der „Jung-Löwe“ Doskozil, der sozusagen ins Rudel im Burgenland zurückgekehrt ist, um die Macht in Raten zu übernehmen. Zunächst als Chef der Partei, danach auch als Landeshauptmann. Natürlich nur, wenn die entsprechenden Gremien das auch absegnen, wird stets betont. Wobei die Funktionäre wissen, dass Hans Peter Doskozil alternativlos für die SPÖ Burgenland ist.

Beide sind Alphatiere. Der eine, Niessl, betont angriffslustig, immer signalisierend, keinem Konflikt aus dem Weg gehen zu wollen. Auf der anderen Seite der junge Stratege, der stets mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht seine Macht vielleicht charmanter, aber dennoch nicht weniger strikt umzusetzen vermag.

Funktionieren wird die Hofübergabe dennoch, oder gerade aus diesen Gründen friedlich und freundschaftlich. Denn Doskozil wird sich im Jahr 2018 weitgehend unterordnen, wohl wissend, dass 2019 sowieso er der Rudelsführer sein wird.