Eisenstadt

Erstellt am 13. September 2017, 06:52

von Markus Stefanitsch

Schwarz-Rot ist jetzt wieder im Rennen. Markus Stefanitsch über eine Koalitions-Option, die vor Wochen noch undenkbar erschien.

„Wenn es läuft, dann läuft‘s“ – im Guten wie im Schlechten. Die Negativ-Spirale erlebt derzeit die SPÖ auf Bundesebene in allen Facetten. Kaum eine Woche vergeht, in der Bundeskanzler Christian Kern und sein Team nicht in ein Fettnäpfchen treten. Hinzu kommt, dass jeder kleine Fehler medial sofort ausgeschlachtet wird.

Jüngstes Beispiel ist der „Mist“-Sager von Hans Niessl: Der burgenländische Landeschef sprach davon, dass die SPÖ alles daran setzen müsse, Erster zu werden. Gelinge das nicht, werde es zu einer Koalition von ÖVP/FPÖ kommen und die SPÖ müsse in die Opposition. Das sei „Mist“.

Dies war natürlich ein gelungenes Fressen für die Gegner des Kanzlers. Noch dazu, wenn man weiß, dass die burgenländische SPÖ nicht immer glücklich mit der Linie der Wiener- und der Bundes- SPÖ ist. Gerade in Wahlkampfzeiten wird jede interne Unstimmigkeit sofort auf die Waagschale gelegt. Auch wenn Landeschef Hans Niessl und Co. in diesem Fall tatsächlich ungewollt „zum Handkuss“ gekommen sind.

Ebenfalls einen stark erhöhten Puls soll der Kanzler wegen einer anderen Sache bekommen haben: Denn just am Tag seines Wahlkampfauftaktes in Graz erschien ein gemeinsames Interview von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) im „Standard“ und ein Titelfoto der beiden auf der „Krone“.

Ein Schelm, wer Böses oder gar symbolisch an Wolfgang Schüssel und Jörg Haider im Porsche denkt. Aber was zuletzt noch undenkbar war, ist nun doch nicht mehr auszuschließen: Eine Neuauflage von Schwarz-Rot mit Kurz als Kanzler und Doskozil als Vizekanzler. Immerhin jene zwei Politiker, die derzeit im Vertrauensindex an der Spitze in Österreich stehen.