Erstellt am 24. August 2016, 06:50

von Markus Stefanitsch

Tägliche Turnstunde muss Pflicht werden. Markus Stefanitsch über das Sport-Pilotprojekt an den burgenländischen Schulen.

Es ist schön, wenn Landeshauptmann Hans Niessl darüber jubelt, dass von 240 Pflichtschulen im Burgenland 180 am freiwilligen Projekt „Tägliche Turnstunde“ teilnehmen. Eigentlich dürfte der sportaffine Landeschef aber erst zufrieden sein, wenn jedes burgenländische Schulkind täglich Bewegung macht. Verpflichtend.

Dabei geht es keinesfalls da-rum, aus Kleinkindern Spitzensportler zu machen, sondern lediglich darum, einfachste Bewegungen in den Alltag einzubauen. Seien es Dehnungsübungen, kurze Läufe, ein bisschen Gymnastik oder auch Ballspiele und Yoga. Das alles mit Freude verbunden, kann bei vielen Kindern und Jugendlichen zahlreiche positive Anreize schaffen. Denn glaubt man vielen Studien, gibt es in diesem Bereich schon mehr als Handlungsbedarf: Viele Kinder sind übergewichtig, leiden unter Schmerzen am Bewegungsapparat und haben Schlafprobleme. Dass hier die Bundespolitik jahrelang weggeschaut hat, ist äußerst bedenklich.

Natürlich liegt, wie so oft, der „Hund“ im Detail begraben. Gerade in Wien und in anderen Großstädten ist vor allem die mangelnde Infrastruktur das Problem. Sprich: Es gibt kaum Platz, geschweige denn einen eigenen Turnsaal, für Sport. Dies allein darf aber kein Hindernis sein, den Kindern Freude an der Bewegung zu vermitteln. Gerade im Burgenland kann die Infrastruktur keine Ausrede sein. Nach dem Motto: „Wo ein Wille, da ein Weg“ müssen hier Politiker, Lehrer und Eltern an einem Strang ziehen.

Auch wenn künftig alle Schulkinder täglich Bewegung machen, werden wir nicht gleich einen burgenländischen Olympiasieger bekommen, aber viel mehr gesunde Kinder im Land. Und das ist mehr wert als jedes Olympia-Gold.