Eisenstadt

Erstellt am 05. Oktober 2016, 06:21

von Markus Stefanitsch

Vandalismus als Symbol für die Zeit. Markus Stefanitsch über die unnötigen Schmierereien an den Wahlplakaten.

Gut zwei Monate werden uns die Wahlplakate zur Präsidentschaftswahl noch begleiten. Und damit auch kaum ein Tag, wo nicht irgendwo wieder eines dieser Plakate mit dem Konterfei von Norbert Hofer (FPÖ) und Alexander van der Bellen verschandelt wird.

Das Beschmieren von Wahlplakaten hat schon lange „Tradition“ und sämtliche politische Wahlwerber wurden in den vergangenen Jahr(zehnt)en schon Opfer von dieser Art des Vandalismus. Was aber in diesem Wahlkampf auch im Burgenland auffällt, ist die extreme Wortwahl und die Häufigkeit der Beschmierungen.

Teilweise nicht druckreife Wörter oder obszöne Zeichnungen zieren allerorts die Gesichter der Präsidentschaftskandidaten. Hier wird eindeutig eine Grenze überschritten. Während man in der Vergangenheit über so manche Schmierereien noch ein wenig schmunzeln konnte, sind die derzeitigen einfach nur plump und teilweise menschenverachtend.

Der neue Plakatvandalismus spiegelt auch die derzeitige Diskussionskultur in unserem Land wider. Vor allem in den Internetforen scheinen alle Barrieren komplett gefallen zu sein.
Hier braucht das Land eine massive Kurskorrektur. Gerade das Burgenland hat es in seiner kurzen Geschichte immer wieder geschafft, durchs Reden zu Lösungen zu kommen. Es muss wieder möglich sein, Standpunkte zu vertreten und zu äußern, ohne gleich massiven Beleidigungen oder sogenannten Shitstorms ausgesetzt zu sein.

Und eines sei den Plakat-Vandalen ins Stammbuch geschrieben: Egal, welche Wörter oder Zeichen auf die Politiker-Gesichter gemalt werden – die Entscheidung, ob jemand Hofer oder van der Bellen wählt, wird dadurch sicher nicht beeinflusst werden.