Erstellt am 28. September 2016, 06:33

von Markus Stefanitsch

Zwei vom gleichen „alten“ Schlag. Markus Stefanitsch über die Zusammenarbeit der beiden Länderchefs Niessl und Pröll.

Die Landeshauptleute Hans Niessl (SPÖ) und Erwin Pröll (ÖVP) verbindet mittlerweile über die Jahre eine freundschaftliche Zusammenarbeit über Partei- und Landesgrenzen hinweg. Beim Festakt anlässlich der Verleihung der höchsten niederösterreichischen Landesauszeichnung für Hans Niessl war dies deutlich sicht- und spürbar. Beide Politiker sind vom gleichen Schlag.

Pröll ist nicht nur seit Jahrzehnten in Niederösterreich unumstrittener Landeshauptmann, sondern auch die oberste Instanz innerhalb der ÖVP in ganz Österreich. Niessl könnte man mittlerweile auch als das Pendant zu Pröll in der SPÖ bezeichnen. Hans Niessls Einfluss auf Bundesebene ist in den vergangenen drei, vier Jahren so richtig zum Tragen gekommen. Erwin Pröll wiederum dirigiert die Bundesregierung seit Jahrzehnten im Hintergrund und manchmal auch in der Öffentlichkeit.

Beide Politiker sind Machtmenschen. Und beide werden genau für diesen Machtanspruch auch oft kritisiert. Es gibt jedoch auch positive Aspekte der Macht. Aber nur dann, wenn sie im Sinne der Bevölkerung eingesetzt wird. Beiden Landeschefs kann man in einzelnen Entscheidungen etwas vorwerfen, aber eines haben sie beide vorzuweisen: eine klare Linie und ihre Liebe zum eigenen Bundesland. Hans Niessl und Erwin Pröll sind Verfechter des Föderalismus.

Die Eigenständigkeit der Bundesländer ist ihnen ganz wichtig. Dafür setzen sie ihre ganze Macht ein. Da kann es schon vorkommen, dass in einem kurzen Telefonat zwischen den beiden Landesvätern große Probleme im Sinne der Länder aus dem Weg geräumt werden. Dazu braucht es Handschlagqualität und Vertrauen. Beides haben sie. Auf Bundesebene hingegen findet man diese „Spezies“ leider immer weniger.