Erstellt am 20. Februar 2013, 00:00

LEITARTIKEL. Pferde-Betrug als Chance fürs Land

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Wer sich verlässt, ist verlassen – besagt ein altes Sprichwort. Als Konsument müsste man sich heutzutage darauf verlassen können, was auf den Etiketten von Nahrungsmitteln draufsteht. Dass dem sehr oft nicht so ist, beweist der jüngste Skandal rund um das beigemischte Pferdefleisch in Rindfleischprodukten. Auch wenn allerorts beteuert wird, dass dies nicht gesundheitsschädlich sei: Dieser Skandal ist ein Betrug an allen Konsumenten. Nicht schon genug, dass man als Normalsterblicher die angegebenen Inhaltsstoffe und sogenannten „E“-Zahlen kaum noch entschlüsseln kann, hat man jetzt auch noch die Gewissheit, dass die Nahrungsmittel-Industrie in vielen Bereichen locker schummeln kann.

Neben der Wut über solche Machenschaften keimt aber auch ein Funke Hoffnung auf. Nämlich in Richtung Beschleunigung des regionalen Weges. Allein, wenn man sich die zahlreichen Transportwege durch ganz Europa ansieht, wie aus Pferde- eben Rindfleisch wurde, vergeht einem schon der Appetit. Deshalb könnte der Fleischskandal positive Auswirkungen auf die noch stärkere Vermarktung der regionalen Produkte haben. Mit der kürzlich geschaffenen Marke Burgenland will man vor allem auch im Bereich der Lebens- und Genussmittel ein Qualitätszeichen setzen. Was im Burgenland hergestellt und verkauft wird, soll auch zu hundert Prozent Burgenland enthalten. „Passieren“ kann natürlich immer was. Aber das Vertrauen, dass die Ware vom „Bauern ums Eck“ in Ordnung ist, ist um einiges höher als bei irgendeiner Supermarkt-Kette. Und beim Weinskandal hat man ja gesehen: Erst als die Winzer aufgehört hatten zu panschen und ehrlich gearbeitet haben, ist auch der große Erfolg gekommen.