Erstellt am 13. Januar 2016, 05:43

von Martin Gebhart

Neue Chancen für Hundstorfer. Martin Gebhart über die Wahl des neuen Bundespräsidenten.

Andreas Khol, Alexander Van der Bellen und Irmgard Griss. Drei Namen stehen für die Bundespräsidentenwahl im April bereits fest. Diese Woche wird Rudolf Hundstorfer als Kandidat der SPÖ dazukommen. Dann fehlt nur noch die FPÖ, die es sich wohl nicht leisten wird können, keinen Kandidaten in das Rennen zu schicken.

Mit Andreas Khol hat die ÖVP rasch einstimmig einen neuen Kandidaten aus dem Hut gezaubert, nachdem wenige Tage davor Bundesparteiobmann Reinhold Mitterlehner im ORF eingestehen musste, dass Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll doch nicht als Kandidat zur Verfügung steht.

Wobei Mitterlehner wohl seiner Partei erklären muss, warum er von Prölls Nicht-Kandidatur schon vor Weihnachten wusste und dennoch zuließ, dass sich VP-Spitzenfunktionäre wie einige Landeshauptleute öffentlich für eine Pröll-Kandidatur stark machten. Für die gute Kommunikation innerhalb der Partei spricht das wahrlich nicht.

Am schwierigsten wird es bei dieser Bundespräsidentenwahl für die FPÖ. Keine Kandidatin oder keinen Kandidaten aufzustellen, ist für eine Partei, die bei der kommenden Nationalratswahl den ersten Platz erobern will, kaum vorstellbar. Allerdings: Viel zu gewinnen wird es für die Freiheitlichen bei dieser Persönlichkeitswahl auch nicht geben. Das ist einfach nicht das politische Spielfeld, auf dem sie stark sind – selbst wenn sich Bundesparteiobmann Heinz Christian Strache selbst in den Ring begibt.

In dem Kandidatenreigen wittert die SPÖ nun wieder eine große Chance für ihren derzeitigen Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Falls sie ihn im Wahlkampf von der aktuellen Arbeitsmarkt- und Pensionsdebatte wegpositionieren kann.