Erstellt am 03. Dezember 2014, 07:02

von Markus Stefanitsch

Niessl deckte Faymann-Schlappe zu. Markus Stefanitsch über die Parteichef-Gerüchte rund um Landeschef Hans Niessl.

Faymann sagte ORF ab. Als ob Bundeskanzler Werner Faymann seine 84-Prozent-Klatsche am SPÖ-Bundesparteitag schon im Vorfeld geahnt hätte, sagte er vergangene Woche bereits am Donnerstag seinen Auftritt für Sonntag in der ORF-Pressestunde ab.

Normalerweise ist es üblich, dass sich der Parteichef nach dem Parteitag in der Pressestunde den Fragen der Journalisten stellt. Auch ÖVP-Chef Reinhold „Django“ Mitterlehner tat dies. Bei der SPÖ ist das scheinbar anders, denn auch Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek wollte sich nicht dem Fernsehauftritt stellen.

Daher wurde Landeshauptmann und Vize-Parteichef Hans Niessl gebeten, die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Dabei schaffte es Burgenlands Landesvater vor allem mit der Ansage von Neuwahlen, falls die Steuer- und Bildungsreform nicht bis März steht, in fast alle Schlagzeilen des Landes.

Und plötzlich war von Faymanns blamabler Wiederwahl kaum noch die Rede. Niessl deckte die Schlappe mit seinen polarisierenden Aussagen komplett zu.

Nicht nur dieses Ablenkungsmanöver, sondern auch seine jahrelange, teilweise kompromisslose Parteiarbeit ließen ihn zu einer fixen und ernst genommenen Größe innerhalb der Bundespartei werden.

Dies geht sogar so weit, dass angesichts der schwachen Vorstellung von Werner Faymann Rufe laut werden, Niessl solle doch gleich Bundesparteiobmann werden, heißt es aus Wiener Journalistenkreisen. „Es ist natürlich schön, wenn meine Arbeit derartige Anerkennung findet. Aber für mich steht das Burgenland immer an erster Stelle und alles andere ist für mich kein Thema“, stellt Hans Niessl gegenüber der BVZ klar.