Erstellt am 23. Dezember 2015, 04:53

von Markus Stefanitsch

Niessl pfeift auf „Wiener Schmäh“. Markus Stefanitsch über 15 Jahre Hans Niessl an der Spitze des Landes.

Es lässt sich darüber streiten, wieviel Prozent Anteil Landeshauptmann Hans Niessl an der Entwicklung des Burgenlandes hat. Aber eines ist fix: In den vergangenen 15 Jahren hat das Land einen enormen Aufschwung erlebt. Das gibt Selbstvertrauen – auch dem Landeshauptmann. Hans Niessl (SPÖ) zeigt sich vor allem seit Bildung der rot-blauen Koalition in diesem Jahr besonders kampfeslustig.

Das geht so weit, dass er es sich sogar mit der bislang mächtigsten Ikone der Sozialdemokratie anlegt: Wiens Bürgermeister Michael Häupl. Das ist aus SPÖ- interner Sicht schon bemerkenswert. Denn Bundeskanzler Werner Faymann öffentlich ein wenig vorzuführen, ist selbst in der SPÖ keine große Sache mehr. Aber dem roten Häuptling aus Wien Paroli zu bieten und ihm das eine oder andere Schmankerl über Medien auszurichten, ist schon ein Novum.

Auch wenn viele meinen, Niessl habe damit den Bogen überspannt und die „Revanche“ aus Wien werde heftig ausfallen, zeigt sich Burgenlands Landeschef unbeeindruckt. Er weiß mit seiner Einstellung zu manchen Themen (schärfere Asylpolitik und Koalition mit der FPÖ) eine große Mehrheit der SPÖ-Wähler hinter sich. Da stört es ihn wenig, dass die intellektuelle Fraktion der Wiener SPÖ gegen ihn Sturm läuft.

Bei der Jubiläumsfeier anlässlich seiner bereits 15-jährigen Amtszeit am Montag fehlte Michael Häupl unter den zahlreichen Gratulanten. Dafür kamen Bundeskanzler Werner Faymann und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll. Letzterer gab sich – noch mehr als sonst – sehr staatsmännisch. Da munkelten bereits einige im Saal, dass hier das neue Wunsch-Staatsduo auf der Bühne stehen würde: Bundespräsident Pröll und Bundeskanzler Niessl.