Erstellt am 20. Mai 2015, 06:55

von Markus Stefanitsch

„Niessl wird‘s richten“ wird nicht reichen. Markus Stefanitsch über den SPÖ-Landeschef und dessen Wahl zwischen Schoßhündchen und Ackergaul.

Landeshauptmann Hans Niessl ist zweifelsohne das stärkste Pferd im SPÖ-Rennstall für den großen Wahltag am 31. Mai im Burgenland (zusätzlich kann auch schon am 22. Mai gewählt werden). Das sieht man derzeit landauf, landab an fast jeder Straßenecke. Spätestens mit der zuletzt präsentierten Wahlplakat-Serie ist die Linie der SPÖ eindeutig: „Wer Niessl will, muss Niessl wählen“.

Die SPÖ setzt vor allem auf die hohen Umfragewerte des Landeschefs und zeigt ihn hemdsärmelig, volksnah oder tierliebend mit Chihuahua „Rico“. Ein starker Mann kann für eine Wahl viel bewegen. Aber auch nicht alles. Denn bei der Zuspitzung des gesamten Wahlkampfs auf eine, wenn auch beliebte Person, birgt das auch eine gewisse Gefahr: Und zwar die Trägheit der Funktionäre.

Die SPÖ wird nämlich jede Stimme brauchen, denn das Angebot für Protestwähler ist diesmal größer und der Bundestrend spricht auch nicht gerade für die Roten. Daher wird sich die Basis nicht darauf verlassen können, dass Niessl allein die Wahl für die SPÖ schon „richten wird“.

Um die bisherige Mandatszahl halten zu können, bedarf es sicherlich eines Kraftaktes des gesamten Parteiapparates. Mithelfen wird da bestimmt der Kampf um die Vorzugsstimmen in den Bezirken. Letzt-endlich entscheidend für den Ausgang der Wahl wird aber sein, wie engagiert die Basis im Wahlkampf für Hans Niessl „läuft“.

Trifft das zu, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der kommende Landeshauptmann wieder Hans Niessl heißen und die SPÖ in der Regierung sein. Die Frage wird dann nur lauten: Nimmt sich Hans Niessl ein Schoßhündchen namens FPÖ oder Grüne in die Regierung oder setzt er weiter auf den Ackergaul ÖVP?