Erstellt am 08. Oktober 2013, 12:58

Nur Tatar am Pranger: Die billigste Ausrede. Bernhard Fenz über die Trainer-Ablöse in Mattersburg und den erhöhten Druck auf die Profis. KOMMENTARKnapp vier Monate dauerte die Ära von Alfred Tatar als Mattersburg-Coach.

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Knapp vier Monate dauerte die Ära von Alfred Tatar als Mattersburg-Coach. Nun reagierte Präsident Martin Pucher auf die schwachen Ergebnisse und trennte sich vom Fußball-Fachmann. Zugegeben: Bei der jüngsten 1:3-Pleite auf der Hohen Warte gegen die Vienna fiel es schwer, an eine Trendwende zu glauben. Der Trainer als schwächstes Glied musste nun dran glauben. So läuft das Geschäft.

Kleiner werden die Probleme aber trotzdem nicht. Dem SVM fehlt es derzeit an allen Ecken und Enden, um das zu werden, was die Burgenländer früher oder später sein wollen: ein ernsthafter Anwärter um den Aufstieg in die Tipp3 Bundesliga. Man kann es auch „schwer verunsichert“ nennen, was Grün-Weiß abliefert. Weil aber am Platz so gar keine Linie erkennbar ist, scheint es, als ob die Bürde nach dem Abstiegs-Schock Ende Mai noch zu groß ist. Der jahrelang solide kämpfenden Oberhaus-Truppe fehlen vor allem nach außen hin Tugenden, die eine Liga weiter unten für ganz vorne unabdingbar sind. Weder war bislang eine Aufbruchstimmung erkennbar, noch hat die Mannschaft auch nur im Ansatz unter Beweis gestellt, dass sie die Qualität und Dominanz für einen Titelkampf (hinten sicher und stabil, vorne effektiv, in der Mitte kreativ) aufbringen kann.

Folglich zählt fürs Erste nur die schrittweise Besserung aus dem Tief. Dass Martin Pucher nun auch die Spieler schwer in die Pflicht nimmt und die Zügel strafft, ist in diesem Zusammenhang logisch. Denn dass es nur an Tatar lag, wäre wohl die billigste aller Ausreden.