Erstellt am 20. Juli 2011, 00:00

ORF und Politik: Alles beim Alten. HARALD KNABL über die nächste Periode von ORF- General Alexander Wrabetz.

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Jetzt ist also abermals ein Versuch der ÖVP gescheitert, eine Alternative für Alexander Wrabetz als ORF-Chef zu finden. Nach Gerhard Zeiler gab auch Michael Grabner einen Korb. Die Begründung der beiden Medienexperten: Beim ORF kann man nichts ausrichten, solange die Politik eine so dominante Rolle spielt. So wird Alexander Wrabetz wohl in eine nächste Amtsperiode gehen. Zu analysieren wäre, wie es kommt, dass die Politik immer unverschämter auf ein öffentlich-rechtliches Medienunternehmen Einfluss nimmt.

Nun, wer zahlt, schafft an, heißt es. Und weil die Politik dem ORF ständig frisches Geld gibt (eigentlich tun wir, halt, stimmt nicht, müssen WIR alle das ja tun), nämlich in Form einer Zwangsgebühr, oder aber in Form von Gesetzen, die dem Unternehmen trotz immer wieder betonter privater Konkurrenz das Überleben sichern, nehmen sich die Damen und Herren aus der Politik halt heraus, aus dem ORF einen parteipolitischen In-trigantenstadel zu machen.

Stehts wieder einmal schlecht um die Finanzen, weil man die Gebühren, statt in den öffentlichen Auftrag zu investieren, in dümmliche Tanz- oder Gesangsshows pumpte und die Politik nicht reagiert, zieht man sofort die Drohung der Schließung der Landesstudios und die damit verbundene Einschränkung der föderalen Berichterstattung aus dem Hut. Wohl wissend, dass das den Ländern wehtun würde. Wohl wissend, dass die Landesstudios dem öffentlich-rechtlichen Auftrag am nähesten sind. Ein Spiel, das bis jetzt noch immer funktioniert hat. Und leider auch weiter funktionieren wird. Weil Alexander Wrabetz das sicher nicht ändern wird.

LEITARTIKEL

harald.knabl@bvz.at